Woher kommt der Dampf?

 

Über den Hass und die Hassenden.

Über Sprache, Sprachspiele und hate speech.

 

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Wir stehen vor großen Veränderungen. Unsere Sprache steht vor einer schweren Operation. Ich fürchte … nein, ich bin mir sicher, dass sie nicht gut ausgehen wird. Die Sprache wird danach hässlich und missgestaltet sein – wie nach einer missglückten Operation.

 

Man kann sich kaum vorstellen, dass so eine Operation überhaupt möglich ist, sie wird aber ernsthaft angestrebt. Es soll eine Art Geschlechtsumwandlung der Sprache stattfinden. Das ist etwas Neues, bisher nie Dagewesenes.

 

Bisher haben sich Veränderungen in der Sprache hauptsächlich auf den Wortschatz beschränkt. Modeworte kamen und gingen; die Bewertung bestimmter Begriffe änderte sich. So weit, so gut. Doch nun soll in die Struktur eingegriffen werden, in die Grammatik, in das Regelwerk. Das geht zu weit, das ist nicht gut.

 

Es wird verordnet. Die Gleichstellungspolitik hat es vorgemacht. Sie wurde bekanntlich, so wird es immer gesagt, als Querschnittsaufgabe – Achtung: nun kommt das verräterische Wort ­– „implantiert“. Nun soll auch die Sprache ein Implantat kriegen: die Innen-Form. Damit sie „geschlechtergerecht“ wird. So heißt es. In Wirklichkeit wird damit der Sexismus in den Sprachkörper eingesetzt wie bei einer Organtransplantation.

 

Das Ansinnen ist nicht neu. Mit der Innen-Form müssen wir uns schon seit mehr als dreißig Jahren herumquälen. Neu ist, dass die Vorschläge als Vorschriften auftreten. Ich hatte das lange für eine Modetorheit gehalten. Inzwischen habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass sich der Krampf von alleine legt und der Spuk wieder verschwindet. Es ist schlimmer geworden. Hinter den Handreichungen und Ratschlägen stecken offene Drohungen gegen alle, die sich nicht beugen wollen. Es ist schon soweit, dass es als Vorwurf gilt, wenn jemand „bewusst nicht gendert“.

 

Kirchen, Gewerkschaften, Rundfunkanstalten, Parteien, Universitäten, Gemeinden – ja, man hat den Eindruck, dass jeder Alpen- und Tierschutzverein mitmacht – sie alle geben neue Anleitungen heraus, wie man „gendern“ soll, wie eine „geschlechtergerechte Sprache“ im Alltag umgesetzt werden kann.

 

Da erfährt man, wie man mit dem beweglichen Unterstrich, mit dem steil aufragenden Binnen-I, mit Doppelnennungen und mit dem hoch gestellten Sternchen umgehen soll, um nicht als rechtspopulistisch erkannt und verdammt zu werden. In Baden-Württemberg sollen die Vorgaben sogar in den Bildungsplan einfließen. Damit soll ein von Hass vergiftetes Sexismus-Modul fest in die Sprache implantiert werden. Was dann dabei herauskommt, soll künftig als neue Hochsprache gelehrt werden. Die Schwaben meinen es offenbar ernst mit ihrem Slogan: „Wir können alles, außer Hochdeutsch“.

 

Warum das? Ist es nötig? Ist es wichtig? Was steckt dahinter?

 

Bezeichnungen wie „die Studenten“, „die Wähler“ oder „die Schriftsteller“ werden von denen, die so eine Umgestaltung einfordern, (fälschlicherweise) als rein männlich angesehen, sie streiten den bisher gebräuchlichen Pluralbildungen grundsätzlich die Möglichkeit ab, übergeschlechtliche Bedeutung anzunehmen und erschaffen durch ihre hartnäckige und durchaus böswillige Fehlinterpretation ein Problem, das sie nun irgendwie lösen müssen (aber nicht können – um das vorwegzunehmen. Sie werden bei jeder Pluralbildung Schwierigkeiten haben. Für Gemeinsamkeiten wird es keinen Ausdruck mehr geben. Gemeinsamkeiten werden abgeschafft).

 

Aber warum? Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Eine bloße Mode wird es nicht sein – selbst wenn es so wäre: Dann wäre so eine Mode erklärungsbedürftig. Glaubt denn wirklich jemand, dass damit Frauen oder verkannten Transsexuellen ein Gefallen getan und ihre Situation spürbar verbessert wird? Hand aufs Herz – weiter links –, also: Wer glaubt das? Keiner? Eine. Gesine Agena von den Grünen. Dachte ich’s doch. Sonst noch jemand?

 

Was also steckt dahinter?

 

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Am Anfang der Misere stand die Misandrie – auf deutsch gesagt: Die Triebkraft dahinter ist ein tief sitzender Männerhass. Wir mögen diesen Hass nicht zur Kenntnis nehmen. Auf keinen Fall: Wir gucken nicht hin, hören nicht zu, lesen nicht nach. Dennoch. Es gibt ihn – und es ist dieser tief sitzender Hass, der die Fehlinterpretation hervorgebracht hat, dass wir es mit einer „männlich dominierten“ Sprache zu tun haben.

 

Seit sich der Hass flächendeckend ausgebreitet hat, gelten alle bisher unverdächtigen Begriffe, die jedoch neuerdings als „männlich“ angesehen werden, als kontaminiert und müssen ausgemerzt werden. Ihnen soll kein weiteres Bleiberecht in der politisch korrekten Sprache zugebilligt werden.

 

Eine männliche Form irgendwo zu identifizieren, heißt bereits, sie zum Abschuss frei zu geben. Keinesfalls sagt man: „Na gut, dann ist es eben eine männliche Form, das soll es geben; männliche Formen gehören dazu“. So könnte man ja denken – gerade wenn man es mit der geforderten Gleichbehandlung ernst meint. Mit Gerechtigkeit. Mit Sensibilität. Aber nein. Männliche Formen soll es nicht geben. Nicht mehr. Die müssen weg. Dringend.

 

Alles, was auch nur entfernt nach „Männern“ aussieht, soll ausgemistet werden. Daher müssen aus „Feuerwehrmännern“ unbedingt „Feuerwehrleute“ gemacht werden, als wäre es bereits ein Unrecht, Männer überhaupt zu erwähnen. Es spricht ja nichts gegen die Feuerwehrmänner an sich – nur dass es eben Männer sind.

 

Die männliche Form wird „voldemortisiert“, wie ich es in Anlehnung an den Gegenspieler von Harry Potter nenne – den gefürchteten Lord Voldemort, der die Verkörperung des namenlos Bösen darstellt und der derartig böse ist, dass man nicht mal seinen Namen nennen darf. Er ist „Du weißt schon wer“.

 

Es wird ganz offen von „toxischer Männlichkeit“ gesprochen. Der von Frauen gefürchtete „Männersprech“ gilt als zutiefst „inhuman“. Deshalb kommt es zu solchen Umbenennungen, wie sie der Verband der Schriftsteller jüngst vorgenommen hat, der sich in Verband der „Schreibenden“ umbenannt hat. Das muss sein.

 

Deshalb kommt es dazu, dass aus dem Studentenheim ein „Studierendenheim“ werden muss. Auch das muss sein. Diese Maßnahmen gehören zu einem groß angelegten Entgiftungs-Programm zum Nutzen der feministischen Volkshygiene. Da mitzumachen bedeutet anzuerkennen, dass Männlichkeit in allen seinen Erscheinungsformen schädlich ist und überwunden werden muss.

 

„Fußgänger“

Weg mit ihm! Der Fußgänger ist männlich. Ein „Gänger“ ist offensichtlich männlich, womöglich ist damit ein „Wiedergänger“ – auch „Widergänger“ geschrieben – gemeint, ein Untoter also, ein Zombie, eine Schreckensgestalt. Das kann nicht länger geduldet werden. Es muss „zu Fuß Gehende“ heißen. Das ist Vorschrift.

 

„Schneemann“

Oh, nein! Mustert sie aus, die bösen, patriarchalischen Begriffe, da kommt ja schon dieses scheußlich „-mann“ vor! Damit werden Frauen unsichtbar gemacht. Damit soll gesagt werden, dass Frauen nicht genauso durch und durch aus Schnee sein können wie Männer. Das ist Diskriminierung. Es muss „Schneeperson“ heißen.

 

„Teilnehmer“, „Mitarbeiter“

Hilfe! Bitte demnächst eine Trigger-Warnung, damit in Zukunft keine zartfühlende Frau mehr dem Überangebot von Männlichkeit hilflos ausgeliefert wird. Die männerdominierte Welt ersäuft ja förmlich in Testosteron. „Mitarbeitende“, „Teilnehmende“, muss es heißen. Da merkt man die Männlichkeit nicht so doll.

 

„Autofahrer“

Oh, nein. Ich kriege Atemnot. Wo geht es hier zum nächsten Schutzraum? Frauen sind die besseren Autofahrerinnen und Autofahrer, das ist statistisch erwiesen. Ich dachte sogar eine Schrecksekunde lang, da hätte jemand „Autobahn“ gesagt.

 

„Gäste“

Ich halte es nicht mehr aus. Ich kozze ab mit zwei Zett.

 

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So leiden sie. Und wenn Frauen leiden, nehmen Männer reflexartig Rücksicht: Bitte sehr, gern geschehen. Sie wollen keinesfalls, dass ihnen mit der furchtbaren Männersprache, die früher verharmlosend „Muttersprache“ genannt wurde, Gewalt angetan wird, und so ersetzen sie bereitwillig und wohl auch ein bisschen verschämt das böse Wort „Schriftsteller“ oder das böse Wort „Student“.

 

Wie macht man das? Entweder durch die Doppelnennung „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ oder „Studentinnen und Studenten“ (wirklich ersetzt wird das Gift damit nicht, aber die männliche Form wird zwangsweise verpartnert und die schädliche Auswirkung wird dadurch eingehegt und etwas abgemildert) oder eben durch die (vermeintlich) neutrale Form „Schreibender“ oder „Studierender“. Beides ist falsch und hat riesige Nebenwirkungen. Das ist den Sprachsexisten aber scheißegal. Entschuldigen Sie bitte die Ausdrucksweise. Es ist sonst nicht meine Art.

 

Nun denken Sie – liebe Leser – womöglich, ich hätte bei den vorhin beschriebenen Reaktionen ein wenig übertrieben und den Hass und die Dummdreistigkeit, mit der er sich zu erkennen gibt, zu dick aufgetragen. Dann wissen Sie nicht, wie sich Senta Trömel-Plötz zu dem Thema äußert, sie schreibt über ‚Gewalt durch Sprache’, so der Titel ihres Buches und berichtet darin, ‚Wie Frauen in Gesprächen vergewaltigt werden’, so der Untertitel.

 

Noch mal langsam: Männer „vergewaltigen“ Frauen durch „Gespräche“. So lautet der Vorwurf. Michael Gwosdz, der Vize der Hamburger Grünen, der nach den Vorfällen in Köln mit der Bemerkung auftrumpfte, „Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich“, sollte unter diesen Umständen am besten gar nichts mehr sagen. In seinem Fall wäre das auch angebracht.

 

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Senta Trömel-Plötz kann späte Triumphe feiern: Ihre Forderungen fließen nun – wenn auch mit gewisser Verspätung – in die Politik ein und werden zu Vorschriften für alle Duckmäuser, die sich nicht schon allein durch ihren Sprachgebrauch als Gegner des Gender-Mainstreamings zu erkennen geben wollen. „Frauen kommen langsam, aber gewaltig“, hieß es in einem Lied von Ina Deter, falls sich noch jemand erinnert. So sieht es aus. Frau Senta Trömel-Plötz klagte schon in den siebziger Jahren, dass Frauen unter der Männersprache zu leiden hätten. Nun wird endlich etwas dagegen gemacht.

 

Ich wiederum meine, dass unsere Muttersprache unter Frauen wie Senta Trömel-Plötz zu leiden hat. Sie kennen Senta Trömel-Plötz nicht? Sie zählt neben Luise F. Pusch zu den führenden Theoretikerinnen der feministischen Linguistik, ihre Vorgaben werden nun besinnungslos nachgebabbelt. Ihre Bücher sind „Bestsellerinnen“, wie sie selber scherzhaft sagen; denn die beiden haben nicht nur ein besonderes Verhältnis zu Vergewaltigungen (dazu sage ich lieber nichts), sie haben auch einen speziellen Humor (dazu könnte ich was sagen, tue es aber nicht).

 

Dennoch. Die Schriften dieser beiden Vordenkerinnen sind weitgehend unbekannt. Viele denken womöglich, die Namen Senta Trömel-Plötz und Luise F. Pusch kämen in einem der beliebten Sketche von Loriot vor, die jeder kennt und jeder mag. Aber nein. Sie kommen vielmehr in ungeliebten Propaganda-Texten vor, die kaum jemand kennt. Die so genannten Bestsellerinnen sind gar nicht so weit verbreitet, wie man das von Bestsellern erwartet. Das macht nichts. Die Anhängerinnen der geschlechtergerechten Sprache folgen ihren Vordenkerinnen blind und blöd. Sie sind wie Gefolgsleute des Kommunismus, die so tun, als wären sie hundertprozentig überzeugt, aber noch nie was von Marx und Engels gehört haben.

 

So sind sie, die besinnungslosen Anhängerinnen, Nachbeterinnen und Dummschwätzerinnen. Sie sind nicht informiert. Sie sind nicht neugierig. Sie wissen alles. Sie kennen die Welt: Ihre Welt ist streng in zwei übersichtliche Lager geteilt: weiblich/männlich, gut/böse. Das reicht ihnen als Weltanschauung. Schließlich gehören sie zu den Guten. Das wollen sie möglichst in jedem Satz zum Ausdruck bringen.

 

Sie sind bigotte Frömmler. Sie sind wie Leute, denen es beim Beten einzig darum geht, dass alle sehen, dass sie brav die Hände gefaltet haben. Viele von denen, die treudoof … Ja, ich schreibe das mit voller Absicht und wiederhole es noch einmal für die, die ich meine und nicht nur mitmeine, also: Viele von denen, die treudoof den sprachfeministischen Vorgaben folgen und vor lauter Begeisterung über ihre Kriecherei im Brustton der Überzeugung verkünden, dass sie mit den Sprachvorschriften „keine Probleme“ hätten, würden womöglich welche bekommen, wenn sie einen flüchtigen Blick in eines der Bücher werfen und nachlesen, wie hasserfüllt da die Zersetzung der Sprache begründet wird. Wer nach Sätzen sucht, die für totalitäres Denken typisch sind – da werden Sie geholfen.

 

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Luise F. Pusch empfiehlt, Jungs, die sich in der Schule nicht dem Sprachfeminismus beugen wollen, zu schlagen (das schade ihnen nicht, meint sie); grundsätzlich tue es Männern gut, wenn sie leiden müssen. Schließlich haben Männer – und zwar grundsätzlich alle! – Schrecken und Elend verbreitet. Deshalb sollen nun auch die Jungen in Sippenhaft genommen werden und büßen … Zwischenfrage: Sollen sie etwa wegen der vielen Vergewaltigungen durch Sprache büßen? Klar. Doch das ist nicht alles. Luise F. Pusch spricht von einem „Gynozid“.

 

Wer es nicht auf Anhieb verstanden hat, hier noch mal in Zeitlupe: Gy-no-zid! Es ist ein Wortspiel. Es ist zusammengesetzt aus den Bestandteilen „Genozid“ und „Gynäkologie“ und soll verdeutlichen, wie sehr Frauen unter der „Männersprache“ zu leiden haben. Es ist einfach unfassbar. Mit Worten kann man das nicht beschrieben. So schlimm ist das. Es sprengt unser Vorstellungsvermögen. Womöglich ist Luise F. Pusch von ihrer Heldin Mary Daly inspiriert, die ebenfalls gerne Wortspiele machte – wie das, in dem aus dem ahnungslosen Therapeuten (therapist) der Vergewaltiger (the rapist) wird. Mary Daly wurde mit ihrem Buch mit dem bemerkenswerten Schrägstrich-Titel ‚Gyn/ökologie’ berühmt.

 

Solche Geschmacklosigkeiten sind keine Ausrutscher. Sie sind das besondere Kennzeichen des Feminismus. Sie sind das Alleinstellungsmerkmal. Sie sind nicht vom Feminismus zu trennen. Sie sind auch nicht zu übersehen, selbst wenn sich viele angestrengt darüber hinwegtäuschen wollen. Es gibt immer noch Zeitgenossen, die sich freudig dazu bekennen, Feministen zu sein, Radikalfeministen sogar – so genannte Radfems –, doch wenn man sie fragt, was sie von Kate Millet, Mary Daly, Germaine Greer, Shulamith Firestone, Valeri Solanas, Andrea Dworkin, Sally Miller Gearhart und anderen Klassikern des Feminismus halten und wie sie zu den Vernichtungsfantasien stehen, die sich da offenbaren, dann … äh, ja … dann tun sie so, als würden deren Schriften und Forderungen (falls sie ihnen überhaupt bekannt sind) irgendwie nicht gelten und sie gucken einen an, als würde sie die Frage, ob sie schon mal auf den Gedanken gekommen sind, dass ‚Mein Kampf’ irgendwas mit Faschismus zu tun haben könnte, intellektuell überfordern.

 

Sage keiner: „Das war einmal!“ Sage keiner, dass es heute besser ist. Die Newcomer sind nicht besser als die Oldtimer. Sie sind schlimmer. Jedenfalls peinlicher. Da malen sich junge Frauen Hakenkreuze auf die nackten Brüste oder den Spruch „Thanks Bomber Harris“. Sie tuschen sich ein neckisches Bärtchen unter das Näschen und stellen sich breitbeinig vor das Barbie-Haus oder vor die Herbertstraße und rufen „Arbeit macht frei!“ Sie setzen den Hashtag #killallmen in die Welt und die Femithestin (so nennt sie sich wirklich) greift die Forderung, das männliche Geschlecht auf zehn Prozent zu reduzieren, zum soundsovielten Male neu auf. So sieht er heute aus – der real existierende Feminismus, wie er gehätschelt und getätschelt wird.

 

Nicht zu vergessen: die Femen – sind sie nicht entzückend?! Sie posieren barbusig mit einem abgeschnittenen Hodensack in der ausgestreckten Hand und mit einer blutigen Sichel in der anderen und erklären, dass das Blut (und zwar das der Männer) fließen wird. Noch Fragen?

 

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Die Vorschriften zur „geschlechtergerechten“ Sprache, wie sie scheinheilig genannt wird, kommen direkt aus der Hexen-Küche des radikalen Feminismus, aus dem Herz der Finsternis, dem Zentrum des Bösen. Da wurde schon seit Jahrzehnten gezündelt, um die „Entseuchung der Erde“ durch Reduktion der männlichen Population vorzubereiten und den Weg dahin durch Sprachmanipulation zu ebnen.

 

Die Hass-Sprache der Radfems soll nun die neue Hochsprache werden. Der Feminismus hat immer noch viele Anhänger. Aber das sind, wie der Name schon sagt, lediglich Anhänger. Die müssen wir nicht befragen. Die wissen nichts. Ausschlaggebend sind die Lokomotiven. Das sind Kräfte wie Daly, Pusch und Trömel-Plötz. Sie sind die Dampfloks des Feminismus. Sie stehen voll unter Dampf. Voll unter Druck. Denn es muss eine Energie geben, die das ganze in Bewegung bringt, die das ganze pusht. Das ist der Hass. Nun sollen wir alle mit der Pusch-Pusch-Eisenbahn fahren (um auch mal ein kleines Wortspiel zu machen).

 

Luise F. Pusch hat keine Hemmungen, Männer zu verdammen. Die Nazi-Keule ermöglicht ihr den großen Rundumschlag (Achtung: Es folgt ein Zitat, in dem drei „die“ hintereinander kommen, was irgendwie musikalisch, aber auch wie Gestammel wirkt): „Männer, die sich angesichts der Verbrechen ihrer Geschlechtsgenossen nicht schämen, gehören in dieselbe Sparte wie die, die die Verbrechen der Nazis leugnen.“

 

Also: Nazis raus aus der Sprache, damit wenigstens da keine Verweise mehr auf irgendetwas Männliches verbleiben. Dabei ist Luise F. Pusch noch vergleichsweise nett; sie ist so etwas wie die Provinz-Ausgabe von Mary Daly, die sich das Ziel gesetzt hat, eine Sprache für Frauen zu entwickeln, die Frauen „hymnisch“ feiert und frei von „Patriarchalismen“ ist. Sie steht ganz offen zu ihrem bodenlosen Hass. Mary Daly verabscheut allein schon das Wort „Mann“, wie sie selber sagt, aufs „Äußerste“.

 

Alles klar?

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Mary Daly posiert mit ihrem Markenzeichen: der Doppelaxt

 

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Femen mit abgeschnittenem Hodensack und blutiger Sichel

 

„Wozu sind Männer gut? (…) Wir Frauen wissen nicht so genau, warum die Männer da sind. Ehrlich gesagt, haben wir uns die Frage wohl auch kaum je gestellt. Sie sind halt da, und das ist schlimm genug. Wir fragen uns wohl, wie wir ihnen am besten entkommen und sie überleben können, aber nicht, wozu sie eigentlich gut sind.“

Luise F. Pusch

 

Also muss alles mit „-mann“ weg, selbst das unschuldige, klein geschriebene „man“ mit kleinem n. Die evangelische Kirche in Deutschland EKD befasst sich in ihren Handreichungen für eine „geschlechtergerechte Sprache“ ebenfalls mit diesem „man“. Zunächst erklärt die EKD in ihrer Broschüre, dass dieses „man“ womöglich von „mana“ kommt, was „die Mutter aller“ heißt, da es aber identisch klingt wie „Mann“, wird es leicht verwechselt.

 

Da zucken die evangelischen Frauen zusammen. Da hat doch tatsächlich jemand „Mann“ gesagt. Furchtbar! Da stellt sich die Frage: Kann man evangelischen Frauen so etwas zumuten? Nein. Nicht in der Kirche. Da sollen sich die Frauen wohl fühlen. Diesen bescheidenen Wunsch kann man ihnen leicht erfüllen, so raunen es jedenfalls die evangelischen Frauenflüsterer, man muss nur dieses bedrohliche „man“ durch eine Umschreibungen im Passiv ersetzen (Ah … jetzt habe ich nicht aufgepasst und das Schreckenswort selber benutzt).

 

Was ist los? Die evangelische Kirche schlägt ernsthaft vor, das Wort „man“ nicht mehr zu benutzen. Ich fasse es nicht. Aber so ist es. Wegen Verwechslungsgefahr. Ich denke mir das nicht aus. Warum macht der evangelische Wächterrat einen verzeihlichen Irrtum (die Verwechslung von „Mann“ und „man“) zum neuen Gebot, nach dem man sich richten soll?

 

Sie arbeiten mit den Tricks von Betrügern. Sie lenken ab. Die EKD setzt sich nämlich nicht mit der Sache selbst auseinander, sondern mit einer anderen, die nur rein äußerlich eine gewisse Ähnlichkeit damit hat, so wie man einst Gottfried Benn böswillig eine jüdische Herkunft unterstellte, weil sein Name – trotz der beiden „n“ – irgendwie den Eindruck machte, als wäre er jüdisch.

 

„Benn“ und „Ben“ kann man leicht verwechseln. Wie „Mann“ und „man“. So weit war es bei den Nazis gekommen. Man kann es als deutliches Zeichen dafür sehen, dass sich ihr Rassenwahn zu diesem Zeitpunkt bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befand.

 

Die Bezeichnung „Gender-Wahn“ ist umstritten – sie scheint mir gerechtfertigt. Auch hier ist längst ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Die Vollstrecker der Gender-Lehre legen inzwischen einen Fanatismus und eine Unerbittlichkeit an den Tag, die einen gruseln lassen.

 

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Die neuen Angriffe der Sprachkontrolleure, die sich als „Vorschläge“, „Anregungen“ und „Empfehlungen“ tarnen, wirken wie ein einziger Aufschrei, als wollten sie fragen: „Wie deutlich müssen wir eigentlich noch werden, damit ihr verstockten Männer und elenden Frauenversteher endlich merkt, was hier los ist?! Wir hassen euch! Nehmt uns endlich ernst! Wie oft müssen wir noch wiederholen, dass es Hass ist, der uns leitet?!“

 

Was machen die Männer? Sie kuschen. Die Politiker in den etablierten Parteien würden eher auf Diätenerhöhungen verzichten als darauf, von „Bürgerinnen und Bürgern“ zu sprechen. Eine aktuelle Umfrage unter deutschen Professoren hat ergeben, dass sich über neunzig Prozent von ihnen heute nicht mehr trauen, das Wort „Studenten“ auszusprechen, aber kein Problem damit haben, das Wort „Ficken“ in ihren Vorlesungen zu verwenden.

 

So wird die feministische Hass-Rede zum offiziellen Sprachgebrauch. Es ist verrückt. Denn andererseits soll die so genannte „hate-speech“ strafrechtlich verfolgt und in den sozialen Medien gelöscht werden. Aber es passt auch: Wenn der Hass zur Amtssprache wird, dann muss der Hass von Amts wegen an anderer Stelle gesucht und gefunden werden.

 

So kommt es zu einer Schieflage in der Wahrnehmung links- oder rechtsradikaler Sprüche. So kommt es zu einer unterschiedlichen Bewertung der Äußerungen von Männern und von Frauen. So kommt es, dass Sprüche wie – ich entschuldige mich im Voraus für die kommenden Zitate – „Deutschland verrecke, du mieses Stück Scheiße“ oder „Ficken für den Volkstod – anal“ lässig durchwinkt werden, aber Empörung ausbricht, wenn jemand eine nationale Identität für wünschenswert hält. So kommt es, dass man jungen Frauen, die von „sexistischer Kackscheiße“ sprechen, freudig applaudiert und sie bittet, das noch einmal zu wiederholen, aber andererseits eifrig nach Masku-Trollen sucht, die man sperren muss.

 

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In den Broschüren der Amadeu Antonio Stiftung findet sich ein neuer Ausdruck für den Hassenden, nämlich: „Hater“. Groß geschrieben, englisch ausgesprochen, rein männlich. Es gibt keine „Haterinnen und Hater“, es gibt nur „Hater“. Nicht zu verwechseln mit „Heten“ ­– eine abfällige Bezeichnung für Heterosexuelle, auch „Heteros“ genannt. Nicht zu verwechseln mit „Hereros“– ein Hirtenvolk im Süden Afrikas, das während der deutschen Kolonialzeit fast vollständig ausgerottet wurde (ca. 80% der Hereros kamen um). Doch genug der Wortspiele und der möglichen Verwechslungen:

 

Wir haben hier ein Musterbeispiel für die Kindergarten-Weisheit: „Wer es sagt, isses selber, das wissen alle Kälber!“ Projektion pur. Diejenigen, die von Hass vergiftet sind, wollen andere dafür bestrafen, weil sie (angeblich) das tun, was sie selber (tatsächlich) tun.

 

Hier dazu ein aktuelles Video – in Englisch. Es geht darum, Lager für Männer einzurichten. Da war doch was. Hat es nicht mal einen Skandal gegeben, als jemand sagte, leider gäbe es keine Lager mehr … (oder so ähnlich)?

Lager für Männer

 

Siehe auch: ‚Schriftsteller, Gruppensex und Sprachmörder’

 

 

 

Wenn etwas hervorragt

 

 

 

Über Pornos, Studenten, Sterne, Pferde, Kleinschreibung und Missverständnisse. Über die Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres, über Gesine Agena und die Grünen. Über Transsexuelle, den Yeti und den Ajatollah Chomeini

 

Ach, früher … ich weiß nicht, wie lange es schon her ist, doch ich erinnere mich, als wäre es vorgestern gewesen: Ich kam übermüdet mit der Bahn in der Statione di Venezia Santa Lucia an. Da sah ich es. Nicht weit davon auf der anderen Seite des Canal Grande liegt das große Parkhaus für die, die mit dem Auto gekommen sind. Da war es. Da hing ein riesiger Werbebanner mit der Aufschrift: „CinZano“.  

Für mich war es ein gutes Omen, ein heiterer Willkommensgruß, das Zeichen eines gütigen Gottes, der Beweis, dass ein besseres Leben möglich ist, ein Schimmer vom Goldstaub des Paradieses.  

Na, gut – ich übertreibe. Aber das tun viele, die von Venedig schwärmen. Was war da los? Ich glaube, dass das, was mich so stark beeindruckt hat, das herausragende Z mitten in dem Zauberwort CinZano war. Ich entdeckte dieses steile Z in dem verheißungsvollen Wort „CinZano“ auch hier und da auf dreieckigen Aschenbechern in den Bars von Venedig. Toll. So etwas hatte ich noch nie gesehen.  

Doch. Hatte ich. Ich kannte so etwas. Ich kannte den herausragenden Großbuchstaben, den es eigentlich nur am Anfang eines Wortes geben darf – und nur bei Hauptwörtern oder nach einem Punkt – auch aus Deutschland. Ich kannte das von der Abkürzung „GmbH“.  

Zumindest in meiner Erinnerung waren „GmbH“ und „CinZano“ lange Zeit die einzigen Beispiele für einen herausragenden Grußbuchstaben mitten im Wort. Zwei sehr unterschiedliche Beispiele, wie ich sagen muss. Der Unterschied könnte kaum größer sein: Das eine steht für eine lockere Lebensart, das andere für bürokratische Rechthaberei, das eine steht für einen italienischen Wermut, das andere für deutsche Wehmut.  

Ich erinnere mich, dass damals in Deutschland eine generelle Kleinschreibung zur Diskussion stand. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft GEW propagierte das für den Unterricht, um die Sprache zu vereinfachen, die Fehlerquote bei Diktaten zu senken und so den Notendurchschnitt für schlechte Schüler zu verbessern. Die Gewerkschaft ging selber mit gutem Beispiel voran: in ihren mitteilungsblättern wurde die kleinschreibung vorgemacht, da konnte jeder mit eigenen augen sehen, ob es wirklich eine erleichterung mit sich brachte oder am ende doch nur zu mehr missverständnissen und zu mehr verwirrung führte.  

 

Aber dann. Dann kamen sie, die Großbuchstaben

Man fand die Kleinschreibung auch in zeitgenössischer Lyrik und bei der Bahn, die damals die Parole ausgab: „fahr lieber mit der bundesbahn“ (alles klein geschrieben, das „fahr“ am Anfang des Satzes und die „bundesbahn“ am Ende).  

Leuchtturm

Aber dann. Dann kamen sie, die Großbuchstaben. Sie kamen an Stellen, wo sie nicht hingehörten. Ich glaube „interRent“ war der Wegbereiter dieser Mode. Das Wort fiel auf: Obwohl es ein Hauptwort war, fing es lässig mit einem kleinen Buchstaben an, überraschte dann aber mit einem großen R in der Mitte. So kam der Großbuchstabe auf die Räder – oder unter die Räder. Noch lange vor der „BahnCard“.  

Die Mode breitete sich fix aus. Verschiedene Kleinkunstbühnen boten nun ein neues „ProGramm“, das nicht etwa eine Alternative zur Diät sein sollte (nach dem Motto: Sie können getrost ein paar Gramm zunehmen), das Programmangebot sollte damit allein von der graphischen Anmutung her irgendwie interessanter wirken – und an der falschen Stelle zum Nachdenken anzuregen.  

Das Binnen-I kam wenig später. Zunächst galt die Doppelnennung: „Leserinnen und Leser“. Die Doppelnennung machte den Eindruck, als ginge es lediglich um eine Ausweitung der Höflichkeitsform „Damen und Herren“. Viele verstehen das immer noch so. Sie haben nicht erkannt, dass die feministische Forderung nicht etwa darauf abzielte, männliche Höflichkeit, die es sowieso schon gibt, einzufordern und zu strapazieren, sondern etwas Neues einzuführen.  

Besonders neu wirkte es nicht. Jedenfalls nicht in den Anfängen. Die Formulierung „Wählerinnen und Wähler“ gab es schon auf historischen Wahlplakaten. So alt sind die Plakate wiederum nicht. Vor 1918 wird es die nicht gegeben haben.  

Doch die „Leserinnen und Leser“ sind alt. Die Formulierung wurde aber nicht durchgehend verwendet. Sie findet sich in frühen Publikationen, die man unabhängig von der aktuellen Währung als „Groschenromane“ bezeichnet. Es gibt sie also nicht in der Hochkultur, sondern da, wo speziell eine weibliche Leserschaft angesprochen werden soll; eine Leserschaft, der man, so gut es ging, Honig um den Bart schmieren wollte. Offenbar war das erfolgreich. Auch wenn die Leserrinnen keinen Bart haben.  

Die „Leserinnen und Leser“ und die „Wählerinnen und Wähler“ wurden aber nur einmal aufgerufen. Nur am Anfang. Das reichte. Wenn man eine Doppelnennung konsequent durchführen will, wird es anstrengend. Dann verliert die Sprache Geschmeidigkeit und Eleganz.  

So dachte man noch in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Deshalb wurde die Doppelnennung nicht durchgängig angewendet und nach Möglichkeit abgekürzt, indem man Klammern verwendete wie in „Leser(innen)“. Klammern waren aber nicht sehr bliebt, weil Frauen nicht nur in Klammern erwähnt werden wollten, als wären sie nicht so wichtig. Es gab ersatzweise die Version mit einem Schrägstrich: „Leser/innen“. Doch die Version war ebenfalls unbeliebt, weil Frauen, wie sie selber sagten „nicht auf den Schrägstrich geschickt werden“ wollten.  

Da wirkte das Binnen-I – wie in „LeserInnen“ – als idealer Kompromiss, auch wenn es Klagen gab, dass dieses I irgendwie „phallisch“ in die Höhe ragt (wenn Sigmund Freud das erleben könnte, er würde noch im Grab eine Erektion kriegen). Dennoch verbreitete sich das Binnen–I wie eine Seuche. Es wurde zum Fähnlein der aufrechten Frauenfreunde.  

Es schien alle Vorteile auf sich zu vereinen: Es war praktisch, leicht anzuwenden, gut zu verstehen und es tat so, als wären damit keinerlei Risiken und Nebenwirkungen verbunden, nach denen man sich bei einem Arzt oder bei einem Apotheker erkundigen müsste. Damit kamen gleich die nächsten Probleme: Müsste es nicht „Ärztin und Arzt“ und „Apothekerin und Apotheker“ heißen?  

Viele dachten noch, dass es nur eine Höflichkeitsformel ist, die man zur Begrüßung aufsagt. Damit hätte man dann seine Pflicht und Schuldigkeit getan und könnte weiterreden wie bisher. Pustekuchen. Mehr und mehr wurde deutlich, dass es kein Halten gibt, wenn man sich auf den Sprachfeminismus einlässt.  

Auf Schönheit und Eleganz kam es inzwischen auch nicht mehr an. Schön musste die Sprache längst nicht mehr sein. Die neue Frauenbewegung kämpfte gegen Schönheitsfarmen, protestierte gegen Miss-Wahlen und gegen repressive Schönheitsideale. Später sollten noch Schlampen-Paraden das Bild abrunden. Unter solchen Umständen waren Geschmeidigkeit und Anmut bei der Sprache auch nicht mehr nötig. Die Sprache durfte – jedenfalls wenn es nach Feministen geht – getrost verunstaltet werden.  

Wir kriegten es nun mit „BürgerInnenmeisterInnenkandidatInnen“ zu tun. Die Marotte, einen Großbuchstaben zu verwenden, um so die Geschlechterperspektive in die Sprache zu zwingen, machte das Schriftbild flächendeckend hässlich. Doch das verstand nicht jedeR, oft bemerkte es keineR und insgesamt hatte man oder frau oder mensch (klein geschrieben) den Eindruck, dass es sowieso keineR mochte. Damit wurde nebenbei bemerkt auch der Schreibfluss verdorben, den eine gepflegte Handschrift braucht und auch die Musikalität der Sprache ging flöten.

 

Verständigungsprobleme bei Pornos

Verständnisprobleme gab es auch bei der „PorNO-Kampagne“ der späten achtziger Jahre. Da reichte es nicht, wenn man irgendwie mal was davon gehört hatte. Um richtig zu verstehen, wie die Kampagne der ‚Emma’ gemeint war, musste man schon hingucken. Hier zeigte sich wieder, dass man Pornographie schlecht definieren kann, sie aber sofort erkennt, wenn man sie sieht. Wenn sie sich nur durch Hörensagen verbreitet hätte, hätte die Kampagne leicht das falsche Publikum erreicht und falsche Unterstützer angelockt. Das ist eben das Problem bei so einer Schreibweise: Großbuchstaben sind wie schlafende Hunde. Sie geben nicht Laut. Sie sehen nur gut aus. Man hört sie nicht.  

Heute gibt es einen „Sex positiven“ Feminismus, der ein entspanntes Verhältnis zur Pornographie hat, solange Frauen nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera stehen, sitzen oder liegen. Man spricht auch von „Porn“, statt von „Porno“, so dass sich eine Kampagne, die feministische Pornofilme bewerben will, „PornOh!“ nennen könnte – mit Ausrufezeichen. Tatsächlich nennt sie sich „PorYes“. Wer nicht weiß, worum es geht und jemanden fragen hört „Wie wäre es zur Abwechslung mit ein bisschen Poryes?“, denkt womöglich, es handele sich um eine vegane Delikatesse oder um eine Entspannungsübung.  

Es ist also, wie wir sehen, nicht so einfach. Das arme, kleine i ist mit den neuen Aufgaben oft genug überfordert. Das große auch. Nicht nur, dass man den Unterschied, den ein hervorragender Großbuchstabe markieren soll, nicht hört, man sieht ihn auch schlecht.  

Man kann ein großes I (ih) oft nicht von einem kleinen l (el) unterscheiden, bei einem kleinen i (ih) muss man schon sehr genau hingucken, ob es wirklich ein kleines oder nicht vielmehr großes I (ih) sein soll oder eben doch ein l (el). Zwei kleine i (ih) hintereinander, sehen aus wie ein ü (üh). Vielleicht haben wir deshalb noch nie von einem Yeti und einer Yetiin (Yetün) gehört, was aber auch daran liegt, dass beide nur selten anzutreffen sind und es kaum einen Anlass gibt, sie zu erwähnen.  

Die iranische Revolution von 1978/79 wurde erwähnt. Allerdings. Darüber wurde ausführlich berichtet und die Berichterstattung dazu brachte so manchen Fachausdruck in die Printmedien. Da sich die Korrekturleser (vielleicht waren es auch damals schon Korrekturprogramme) nicht so schnell auf die neuen Begriffe einstellen konnten, wurde gelegentlich noch vom „Schlittenführer“ Ajatollah Chomeini berichtet. Wenn auch selten. Das kann passieren. Das i wird leicht zum Stolperstein. Es wird leicht missverstanden.  

 

Facebook veranstaltet ein bescheuertes Wischiwaschi

Auf facebook ist das Stolpern Pflicht. Das Binnen-I ist vorgegeben. Wenn sich ein Lokalpolitiker eine eigene Seite einrichten will, damit jeder sehen kann, was er für Bücher und Filme mag, wird er als „PolitikerIn“ geführt, egal ob er männlich oder weiblich ist, obwohl es leicht möglich wäre, einen Seitenbetreiber in die Lage zu versetzen, eine korrekte Angabe über sein Geschlecht zu machen. Nicht bei facebook. Bei einer Politikerin ist das phallisch herausragende I nicht gerade grob falsch, es ist jedoch überflüssig und fehl am Platz. Ein kleines i reichte. Bei einem Politiker ist es falsch.  

Die Tücke liegt darin, dass das Binnen-I für den Singular genutzt wird – es geht ja auch um die Seite einer Einzelperson, auf der individuelle Vorlieben vorgezeigt werden. Wir nutzen das Binnen-I aber nur für den Plural. Es leitet die Form „-innen“ ein, nicht die Form „-in“. Es bezeichnet eine Gruppenzugehörigkeit. Wer einer Gruppe angehört, deren Bezeichnung mit „-innen“ endet, ist weiblich. Das ist der Sinn der Sache. Das soll damit gesagt sein.  

Im Singular wird es kompliziert. Es geht eigentlich nicht. Ich kann sagen „Das wissen alle Leserinnen und Leser“ oder – kurz mit Binnen-I – „Das wissen alle LeserInnen“. Im Singular würde ich sagen „Das weiß jeder Leser und jede Leserin“. Wenn ich hier das Binnen-I anwenden will, habe ich Pech. Dann müsste es heißen: „Das weiß jedeR LeserIn“. Im Singular gibt es eine Rückkoppelung, die sich auswirkt. (Übrigens hat der Satz „Das wissen alle Leserinnen und Leser“ im Unterschied zu der Version im Singular eine Macke, die man nicht sofort bemerkt: siehe dazu diesen Text).  

Es ist auch nicht nötig. Wenn sich eine Politikerin schon durch die Endung „-in“ unbestritten als weiblich identifiziert hat, muss das i nicht auch noch groß sein. Einem Politiker, der männlich ist, ein „In“ anzuhängen (ob mit großem oder kleinem i) und ihn damit ausdrücklich weiblich zu machen, ist Quatsch.

 

Das große I geht unter 

Facebook macht solchen Quatsch. Facebook veranstaltet – warum auch immer – ein bescheuertes Wischi-Waschi mit der Geschlechtszughörigkeit seiner UserInnen, was sich auch daran zeigt, dass man neuerdings zwischen 60 verschiedenen sexuellen Identitäten wählen kann, in England zwischen 58, in den USA zwischen 76 (die Zahlen variieren je nach Tageslaune), als ginge es bei der Frage nach der Sexualität um Geschmacksrichtungen bei Eiscreme. Da ist, wenn man Glück hat, die Bandbreite des Angebotes manchmal erstaunlich groß (zum Beispiel bei der einen Eisdiele in meiner unmittelbaren Nähe).

Nun kommen neue Probleme auf das Binnen-I zu: Unterstrich und Gender-Star machen das große I wieder klein, es heißt neuerdings „Wähler_innen“; es heißt auch „Leser*innen“ oder „Teilnehmer_innen“. Auch „Jüdinnen_Juden“ gibt es heute. Jeweils mit kleinem i. Das große I hat bei solchen Schreibweisen ausgedient. Mit dem Unterstrich oder mit dem Sternchen sollen Menschen berücksichtigt werden, die transsexuell sind. Speziell für diese Leute, sowie für alle Menschen, die sich nicht eindeutig einer der beiden Geschlechter (weiblich oder männlich) zuordnen können und die unter der Zwangsheterosexualität leiden, soll damit „Platz geschaffen“ werden.  

Wie kam es dazu? Ein Transsexueller, der womöglich in Bielefeld lebt (vielleicht auch in Karlsruhe), der seinen Namen lieber nicht nennen will, hat die Fraktionen der Piraten, der Grünen, der Linken und auch der SPD angeschrieben und ihnen sein Leid geklagt: Er fühle sich nicht genug beachtet und möchte anregen, dass man ihm, sowie allen anderen missachteten Transsexuellen, einen Platz in der politischen Sprache schaffen möge. Nach Möglichkeit in jedem Satz. Sonst wäre er sehr, sehr traurig.  

Die Grünen, die schon lange überlegt haben, wie man die Sprachzerstörung noch weiter vorantreiben kann, haben den Vorschlag begeistert aufgegriffen und beschlossen, bei allen zukünftigen Treffen auf Bundes- und auf Landesebene zuerst gemeinsam das Lied ‚Ein Stern, der deinen Namen trägt’ anzustimmen. Der Gender-Stern soll damit ganz groß rauskommen, er soll verpflichtend werden und in seinem Glanz sollen alle erstrahlen, die bisher im Schatten standen.  

Der Bundesvorstand der Grünen begründet seinen Vorstoß so: „Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen werden so nicht mehr unsichtbar gemacht und diskriminiert.“ Gesine Agena, die frauenpolitische Sprecherin der Grünen erklärt: „Wir halten den Gender-Star für geeignet, weil er das gesamte Spektrum von Geschlechtern und Identitäten berücksichtigt.“ Na dann. Hoffentlich wird der Gender-Stern nicht so verstanden, dass damit das gesamte Spektrum von Geschlechtern und Identitäten zur bloßen Fußnote gemacht wird.  

 

Ein Genderstar am grünen Horizont

Doch es muss dringend aufgeräumt werden. Deshalb haben die Grünen bei der letzten Bundesdelegiertenkonferenz im November 2015 folgendes beschlossen: „Wir gendern, indem wir im Regelfall den Gender-Star verwenden (Bürger*innen, Student*innen …)“ und „die weibliche Form explizit mit nennen (Bürgerinnen und Bürger, Studentinnen und Studenten …)“  

Damit lichtet sich der Nebel, den die Grünen selbst geschaffen haben. Im Jahre 2013 schrieben sie noch von „BildungsverliererInnen“ und „StromverbraucherInnen“, im Jahre 2014 machten sich aber schon die „Miesmacher*innen“ und „Überwacher*innen“ bemerkbar. Der Stern setzte sich schließlich durch. Die Großschreibung wurde gekippt.  

Damit war das Aus gekommen für den _Unterstrich – auch „gender-gap“ genannt – („mind the gap“). Es war auch das Aus für das Binnen-I. Traurig bin ich nicht. Mir hat das Binnen-I nie gefallen. Ich empfehle weiterhin den Browser ‚Binnen-I-be-gone’. Damit wird das lästige und überflüssige Binnen-I beseitigt. Aus der BenutzerInnenoberfläche wird wieder eine Benutzeroberfläche.   Es ist aber nicht besser geworden. Mir geht es übrigens auch so, dass ich immer, wenn ich aufgeräumt habe, anschließend erst rechts nichts wiederfinde.

So auch hier. Es wurde aufgeräumt – und damit wurde gleich ein neues Chaos erschaffen. Denn die allseits gefürchtete „-innen“-Form ist geblieben. Doch jetzt wird sie nicht mehr durch ein steil aufragendes, großes I als Neuerung kenntlich gemacht. Damit ist die ursprünglich exklusiv für das Weibliche vorgesehene „-innen“-Form unauffällig zur Grundform geworden, die alles umfasst, wie das bei den berühmten Professorinnen von Leipzig, die in Wirklichkeit Männer sind, der Fall ist.  

Neulich habe ich gehört, dass die „Wählerinnenschaft der AfD hauptsächlich aus Männern besteht“. Ich habe auch schon von Rechtspopulistinnen, Wutbürgerinnen und Rassisten gehört, wenn ausschließlich alte, weiß, heterosexuelle Männer gemeint waren. Anton Hofreiter erzählt stolz von seinen „weiblichen Freundinnen“, die er hoffentlich gut von seinen männlichen Freundinnen unterscheiden kann. Aber womöglich kommt es darauf längst nicht mehr an.  

Bei den Studentinnen kommt es drauf an. Die können ein „Studentenwerk“ nicht länger ertragen und bestehen auf der „neutralen“ Form „Studierendenwerk“. Jeder, der behauptet, dass so eine Umbenennung überflüssig ist, weil die Form „die Studenten“ genauso neutral ist wie die Form „die Studierenden“, wird sofort exmatrikuliert und darf sich der Universität nicht mehr nähern.  

 

Für eine neue Pferde-Gerechtigkeit

Die Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres erklärte dazu, dass der Wunsch nach der Umbenennung von den Studierenden selber und – was in dem Fall ausschlaggebend ist – von der Frauenbeauftragten gekommen sei. Die ‚Berliner Morgenpost’ zitiert sie: „Die Bezeichnung ‚Student’ schließe weibliche Studentinnen aus.“ Das scheint sie ernst zu meinen.  

Wenn das so ist, muss das schnell geändert werden. Man sollte noch wissen, dass Sandra Scheeres früher einen Ponyhof geleitet hat und sich da schon sehr engagiert für Pferde-Gerechtigkeit eingesetzt hat. So hat sie immer wieder betont, dass die Bezeichnung „Pferde“ die „weißen Schimmel“ ausschließe. Daraufhin haben ihr enge Freundinnen empfohlen, in die Politik zu gehen. Gerade in der SPD würde man solche Frauen brauchen.  

So weit ist es gekommen. Was wird nun werden? Ob uns jemals ein/e Retter*in auf einem Pferd-seienden Wesen reitend die Erleuchtung bringen ­– oder wenigstens die Beleuchtung für alle, die immer noch im Dunkel kauern? Wir wissen es nicht.  

Ja, ich sehne mich, ehrlich gesagt, nach alten Tagen zurück. Ich sage es offen: Ich würde sie nicht vermissen: nicht den Gender-Star, nicht den Unterstrich, nicht die Klammer mitten im Wort, nicht den Schrägstrich, nicht den hervorragenden Grußbuchstaben, nicht die überflüssige „-innen“-Form.  

Für mich hat das immer die Tristesse von GmbH, nie den Charme von CinZano.    

Wörterbuch des Frauenverstehers

 

In diesem Wörterbuch werden einzelne Stichworte aus dem Frauenmund ernst genommen, auf die Gold- und auf Küchenwaage gelegt und auf Schadstoffe überprüft.

 

 

Konfuzius wurde einmal gefragt, was er als erstes machen würde, wenn er ein Land zu regieren hätte.

 

„Ich würde vor allem die Sprache verbessern. Wenn die Sprache nicht einwandfrei ist, sagt man nicht, was man meint. Wenn das Gesagte aber nicht das ist, was man meint, bleibt ungetan, was getan werden soll. Wenn es ungetan bleibt, verfallen die Sitten und Künste und das Recht geht in die Irre. Wenn das Recht in die Irre geht, ist das Volk hilflos und unsicher. Deshalb darf in dem, was gesagt wird, nichts Willkürliches sein. Es gibt nichts Wichtigeres.“

 

Friedrich Schiller schrieb:

 

„Wie menschlich Menschen sind, zeigt ihren Umgang mit der Muttersprache“

 

A

akzeptieren, Akzeptanz

B

Binnen-I

C

Chancengleichheit, Chancengerechtigkeit

D

E

F

Femen und Piraten

Feminismus und Liebe

frau (klein geschrieben)

Frauenflohmarkt

G

ganz oder mehrheitlich

gefährliches Halbwissen

Gender-Mainstreaming. Was ist das? Wo kommt es her?

generisches Maskulinum

geschlechtergerecht

geschlechtersensibel

Gleichberechtigung – Gleichstellung

H

häusliche Gewalt

Homophobie

I

J

K

L

M

man (kleingeschrieben)

Maskulisten, Maskulinisten

Männerrechtler, Männerbewegung

Mengenlehre

Menschenrechte

mitgemeint („ich will nicht immer nur mitgemeint sein“)

N

O

Opfer

P

PAS

Passiv

Plural

Q

R

Raucherinnen

rechte Männer

S

Sexismus

Soldatinnen und Soldaten

T

U

V

Vergewaltigung

W

XY

Z

Zwangsprostituierte

Ölweiber

 

Was ist ein Ölweib?

 

Ein Ölweib ist wie eine Quelle – eine Ölquelle. Aber keine Quelle, aus der Öl fließt, daraus fließen Falschbeschuldigung und Denunziationen.

Gottfried Keller beschreibt so ein Ölweib in der Geschichte Das verlorene Lachen.

Der Held dieser Geschichte findet sich in auswegloser Lage, er möchte sich rächen an denen, die ihm geschadet und die ihm übel mitgespielt haben, doch er weiß nicht wie. Da wird ihm das Ölweib empfohlen. Dahin könnte er sich wenden. Da will er natürlich wissen:

Wer oder was ist das Ölweib?

 

Ölweib1

 

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Die Innenwelt

 

 

„Man darf das nicht verallgemeinern!“

 

So einen Vorwurf kriege ich gelegentlich zu höre; er wird reflexartig erhoben, wenn ich mich über „die Frauen“ oder die kleingeschriebene „frau“ äußere. Kein Wunder; denn „die Frauen“ und die kleingeschriebene „frau“ sind bereits Verallgemeinerungen. Wie soll ich darüber reden? Es kommt sofort der verständliche Einwand: „Es sind aber nicht alle so.“ Also darf ich das so nicht sagen. Aber wie? Habe ich da ein Problem? Ja.

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frau (klein geschrieben)

Wenn man „man“ durch „frau“ ergänzt, wird das unbeliebte „man“ rückwirkend fehl interpretiert: Man tut dann so, als wäre damit nicht etwa etwas Allgemeines, sondern etwas rein Männliches bezeichnet. Doch gerade an dieser Stelle liegt ein wichtiger Unterschied zwischen dem natürlichen und dem grammatischem Geschlecht: das grammatische Geschlecht kann nämlich beides sein, sowohl männlich als auch übergeschlechtlich („der Mensch“), – oder weiblich und übergeschlechtlich („die Person“). Das natürliche Geschlecht kann das nicht, es kann die ihm zugeteilte Umkleidekabine nicht plötzlich als Transvestit verlassen.

 

 

man (kleingeschrieben)

Eines der ersten Sündenböcke, auf die sich die Kämpfer gegen das Männliche in der Sprache (und ebenso in der Welt) eingeschossen haben, war das Wörtchen „man“, klein geschrieben mit einem „n“. Es sieht schon so aus, es hätte es irgendetwas mit dem englischen „man“ zu tun, was bekanntlich Mann oder Mensch heißt.

Max Frisch mochte es nicht. Er setzte es mit dem Zeitgeist gleich. Für ihn war es ein Wort der Herrschaftssprache, die einer schweigenden Mehrheit vorschreibt, wie man etwas erleben soll. Vielen war das kleine Wörtchen sowieso unsympathisch. Mir auch. Wenn es hieß: „Das tut man nicht“, erblickten wir darin die Aufforderung, es gerade deshalb zu tun.

Walter Kempowski wiederum verwendete „man“ auffällig oft – vielleicht sogar gerne, um das zu beschreiben, wovon Max Frisch spricht. Dann wissen wir wenigstens, worum es geht. Die Formulierung selber ist ja nicht das Problem. Man ändert an dem Bezeichneten nichts, wenn man die Bezeichnung ändert. Das Dorf wird nicht schöner, wenn man ein neues Ortseingangsschild aufstellt.

Auch die evangelische Kirche gibt uns Handreichungen für eine „geschlechtergerechte Sprache“, die sich ebenfalls mit diesem „man“ befassen. Zunächst erklärt die EKD, dass es womöglich von „mana“ kommt, was „die Mutter aller“ heißt, da es aber identisch klingt wie „Mann“, wird es leicht verwechselt. Also soll es durch ein Passiv ersetzt werden.

Warum?

Was ist da passiert? Da hat sich offenbar der Wunsch, etwas zu verurteilen – der sowieso befremdlich wirkt –, losgerissen und ist mit den Kirchenmännern durchgebrannt. Denn die EKD setzt sich nicht mit der Sache selbst auseinander, sondern mit einer anderen, die damit nur äußerlich und auch nur versehentlich Ähnlichkeit hat, so wie man Gottfried Benn böswillig eine jüdische Herkunft unterstellt hat, weil sein Name sich irgendwie so anhörte.

Können evangelische Frauen die Wahrheit nicht vertragen? Statt ihnen zu helfen, ihr lässliches Missverständnis zu überwinden, sollen sie in ihrem Irrglauben belassen werden, und alle anderen sollen darauf Rücksicht nehmen, als würde man die Gemeinde bitten, nicht nachzulassen, „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ zu singen, weil es Kinder gibt, die immer noch daran glauben.

So wie der Judenhass schon in einem fortgeschrittenen Stadium war, als man nicht mehr zwischen „Ben“ und „Benn“ unterscheiden konnte und auf den Falschen einprügelte, so ist auch in der evangelischen Kirche die Verteufelung des Männlichen schon in einem fortgeschrittenen Stadium.

Doch an dem „man“ ist nichts Falsches, nichts Sündiges. Es gibt keinen Grund an die Tore zur Kirche zu schreiben: „man“ muss draußen bleiben.