Wenn etwas hervorragt

 

 

 

Über Pornos, Studenten, Sterne, Pferde, Kleinschreibung und Missverständnisse. Über die Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres, über Gesine Agena und die Grünen. Über Transsexuelle, den Yeti und den Ajatollah Chomeini

 

Ach, früher … ich weiß nicht, wie lange es schon her ist, doch ich erinnere mich, als wäre es vorgestern gewesen: Ich kam übermüdet mit der Bahn in der Statione di Venezia Santa Lucia an. Da sah ich es. Nicht weit davon auf der anderen Seite des Canal Grande liegt das große Parkhaus für die, die mit dem Auto gekommen sind. Da war es. Da hing ein riesiger Werbebanner mit der Aufschrift: „CinZano“.  

Für mich war es ein gutes Omen, ein heiterer Willkommensgruß, das Zeichen eines gütigen Gottes, der Beweis, dass ein besseres Leben möglich ist, ein Schimmer vom Goldstaub des Paradieses.  

Na, gut – ich übertreibe. Aber das tun viele, die von Venedig schwärmen. Was war da los? Ich glaube, dass das, was mich so stark beeindruckt hat, das herausragende Z mitten in dem Zauberwort CinZano war. Ich entdeckte dieses steile Z in dem verheißungsvollen Wort „CinZano“ auch hier und da auf dreieckigen Aschenbechern in den Bars von Venedig. Toll. So etwas hatte ich noch nie gesehen.  

Doch. Hatte ich. Ich kannte so etwas. Ich kannte den herausragenden Großbuchstaben, den es eigentlich nur am Anfang eines Wortes geben darf – und nur bei Hauptwörtern oder nach einem Punkt – auch aus Deutschland. Ich kannte das von der Abkürzung „GmbH“.  

Zumindest in meiner Erinnerung waren „GmbH“ und „CinZano“ lange Zeit die einzigen Beispiele für einen herausragenden Grußbuchstaben mitten im Wort. Zwei sehr unterschiedliche Beispiele, wie ich sagen muss. Der Unterschied könnte kaum größer sein: Das eine steht für eine lockere Lebensart, das andere für bürokratische Rechthaberei, das eine steht für einen italienischen Wermut, das andere für deutsche Wehmut.  

Ich erinnere mich, dass damals in Deutschland eine generelle Kleinschreibung zur Diskussion stand. Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft GEW propagierte das für den Unterricht, um die Sprache zu vereinfachen, die Fehlerquote bei Diktaten zu senken und so den Notendurchschnitt für schlechte Schüler zu verbessern. Die Gewerkschaft ging selber mit gutem Beispiel voran: in ihren mitteilungsblättern wurde die kleinschreibung vorgemacht, da konnte jeder mit eigenen augen sehen, ob es wirklich eine erleichterung mit sich brachte oder am ende doch nur zu mehr missverständnissen und zu mehr verwirrung führte.  

 

Aber dann. Dann kamen sie, die Großbuchstaben

Man fand die Kleinschreibung auch in zeitgenössischer Lyrik und bei der Bahn, die damals die Parole ausgab: „fahr lieber mit der bundesbahn“ (alles klein geschrieben, das „fahr“ am Anfang des Satzes und die „bundesbahn“ am Ende).  

Leuchtturm

Aber dann. Dann kamen sie, die Großbuchstaben. Sie kamen an Stellen, wo sie nicht hingehörten. Ich glaube „interRent“ war der Wegbereiter dieser Mode. Das Wort fiel auf: Obwohl es ein Hauptwort war, fing es lässig mit einem kleinen Buchstaben an, überraschte dann aber mit einem großen R in der Mitte. So kam der Großbuchstabe auf die Räder – oder unter die Räder. Noch lange vor der „BahnCard“.  

Die Mode breitete sich fix aus. Verschiedene Kleinkunstbühnen boten nun ein neues „ProGramm“, das nicht etwa eine Alternative zur Diät sein sollte (nach dem Motto: Sie können getrost ein paar Gramm zunehmen), das Programmangebot sollte damit allein von der graphischen Anmutung her irgendwie interessanter wirken – und an der falschen Stelle zum Nachdenken anzuregen.  

Das Binnen-I kam wenig später. Zunächst galt die Doppelnennung: „Leserinnen und Leser“. Die Doppelnennung machte den Eindruck, als ginge es lediglich um eine Ausweitung der Höflichkeitsform „Damen und Herren“. Viele verstehen das immer noch so. Sie haben nicht erkannt, dass die feministische Forderung nicht etwa darauf abzielte, männliche Höflichkeit, die es sowieso schon gibt, einzufordern und zu strapazieren, sondern etwas Neues einzuführen.  

Besonders neu wirkte es nicht. Jedenfalls nicht in den Anfängen. Die Formulierung „Wählerinnen und Wähler“ gab es schon auf historischen Wahlplakaten. So alt sind die Plakate wiederum nicht. Vor 1918 wird es die nicht gegeben haben.  

Doch die „Leserinnen und Leser“ sind alt. Die Formulierung wurde aber nicht durchgehend verwendet. Sie findet sich in frühen Publikationen, die man unabhängig von der aktuellen Währung als „Groschenromane“ bezeichnet. Es gibt sie also nicht in der Hochkultur, sondern da, wo speziell eine weibliche Leserschaft angesprochen werden soll; eine Leserschaft, der man, so gut es ging, Honig um den Bart schmieren wollte. Offenbar war das erfolgreich. Auch wenn die Leserrinnen keinen Bart haben.  

Die „Leserinnen und Leser“ und die „Wählerinnen und Wähler“ wurden aber nur einmal aufgerufen. Nur am Anfang. Das reichte. Wenn man eine Doppelnennung konsequent durchführen will, wird es anstrengend. Dann verliert die Sprache Geschmeidigkeit und Eleganz.  

So dachte man noch in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Deshalb wurde die Doppelnennung nicht durchgängig angewendet und nach Möglichkeit abgekürzt, indem man Klammern verwendete wie in „Leser(innen)“. Klammern waren aber nicht sehr bliebt, weil Frauen nicht nur in Klammern erwähnt werden wollten, als wären sie nicht so wichtig. Es gab ersatzweise die Version mit einem Schrägstrich: „Leser/innen“. Doch die Version war ebenfalls unbeliebt, weil Frauen, wie sie selber sagten „nicht auf den Schrägstrich geschickt werden“ wollten.  

Da wirkte das Binnen-I – wie in „LeserInnen“ – als idealer Kompromiss, auch wenn es Klagen gab, dass dieses I irgendwie „phallisch“ in die Höhe ragt (wenn Sigmund Freud das erleben könnte, er würde noch im Grab eine Erektion kriegen). Dennoch verbreitete sich das Binnen–I wie eine Seuche. Es wurde zum Fähnlein der aufrechten Frauenfreunde.  

Es schien alle Vorteile auf sich zu vereinen: Es war praktisch, leicht anzuwenden, gut zu verstehen und es tat so, als wären damit keinerlei Risiken und Nebenwirkungen verbunden, nach denen man sich bei einem Arzt oder bei einem Apotheker erkundigen müsste. Damit kamen gleich die nächsten Probleme: Müsste es nicht „Ärztin und Arzt“ und „Apothekerin und Apotheker“ heißen?  

Viele dachten noch, dass es nur eine Höflichkeitsformel ist, die man zur Begrüßung aufsagt. Damit hätte man dann seine Pflicht und Schuldigkeit getan und könnte weiterreden wie bisher. Pustekuchen. Mehr und mehr wurde deutlich, dass es kein Halten gibt, wenn man sich auf den Sprachfeminismus einlässt.  

Auf Schönheit und Eleganz kam es inzwischen auch nicht mehr an. Schön musste die Sprache längst nicht mehr sein. Die neue Frauenbewegung kämpfte gegen Schönheitsfarmen, protestierte gegen Miss-Wahlen und gegen repressive Schönheitsideale. Später sollten noch Schlampen-Paraden das Bild abrunden. Unter solchen Umständen waren Geschmeidigkeit und Anmut bei der Sprache auch nicht mehr nötig. Die Sprache durfte – jedenfalls wenn es nach Feministen geht – getrost verunstaltet werden.  

Wir kriegten es nun mit „BürgerInnenmeisterInnenkandidatInnen“ zu tun. Die Marotte, einen Großbuchstaben zu verwenden, um so die Geschlechterperspektive in die Sprache zu zwingen, machte das Schriftbild flächendeckend hässlich. Doch das verstand nicht jedeR, oft bemerkte es keineR und insgesamt hatte man oder frau oder mensch (klein geschrieben) den Eindruck, dass es sowieso keineR mochte. Damit wurde nebenbei bemerkt auch der Schreibfluss verdorben, den eine gepflegte Handschrift braucht und auch die Musikalität der Sprache ging flöten.

 

Verständigungsprobleme bei Pornos

Verständnisprobleme gab es auch bei der „PorNO-Kampagne“ der späten achtziger Jahre. Da reichte es nicht, wenn man irgendwie mal was davon gehört hatte. Um richtig zu verstehen, wie die Kampagne der ‚Emma’ gemeint war, musste man schon hingucken. Hier zeigte sich wieder, dass man Pornographie schlecht definieren kann, sie aber sofort erkennt, wenn man sie sieht. Wenn sie sich nur durch Hörensagen verbreitet hätte, hätte die Kampagne leicht das falsche Publikum erreicht und falsche Unterstützer angelockt. Das ist eben das Problem bei so einer Schreibweise: Großbuchstaben sind wie schlafende Hunde. Sie geben nicht Laut. Sie sehen nur gut aus. Man hört sie nicht.  

Heute gibt es einen „Sex positiven“ Feminismus, der ein entspanntes Verhältnis zur Pornographie hat, solange Frauen nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera stehen, sitzen oder liegen. Man spricht auch von „Porn“, statt von „Porno“, so dass sich eine Kampagne, die feministische Pornofilme bewerben will, „PornOh!“ nennen könnte – mit Ausrufezeichen. Tatsächlich nennt sie sich „PorYes“. Wer nicht weiß, worum es geht und jemanden fragen hört „Wie wäre es zur Abwechslung mit ein bisschen Poryes?“, denkt womöglich, es handele sich um eine vegane Delikatesse oder um eine Entspannungsübung.  

Es ist also, wie wir sehen, nicht so einfach. Das arme, kleine i ist mit den neuen Aufgaben oft genug überfordert. Das große auch. Nicht nur, dass man den Unterschied, den ein hervorragender Großbuchstabe markieren soll, nicht hört, man sieht ihn auch schlecht.  

Man kann ein großes I (ih) oft nicht von einem kleinen l (el) unterscheiden, bei einem kleinen i (ih) muss man schon sehr genau hingucken, ob es wirklich ein kleines oder nicht vielmehr großes I (ih) sein soll oder eben doch ein l (el). Zwei kleine i (ih) hintereinander, sehen aus wie ein ü (üh). Vielleicht haben wir deshalb noch nie von einem Yeti und einer Yetiin (Yetün) gehört, was aber auch daran liegt, dass beide nur selten anzutreffen sind und es kaum einen Anlass gibt, sie zu erwähnen.  

Die iranische Revolution von 1978/79 wurde erwähnt. Allerdings. Darüber wurde ausführlich berichtet und die Berichterstattung dazu brachte so manchen Fachausdruck in die Printmedien. Da sich die Korrekturleser (vielleicht waren es auch damals schon Korrekturprogramme) nicht so schnell auf die neuen Begriffe einstellen konnten, wurde gelegentlich noch vom „Schlittenführer“ Ajatollah Chomeini berichtet. Wenn auch selten. Das kann passieren. Das i wird leicht zum Stolperstein. Es wird leicht missverstanden.  

 

Facebook veranstaltet ein bescheuertes Wischiwaschi

Auf facebook ist das Stolpern Pflicht. Das Binnen-I ist vorgegeben. Wenn sich ein Lokalpolitiker eine eigene Seite einrichten will, damit jeder sehen kann, was er für Bücher und Filme mag, wird er als „PolitikerIn“ geführt, egal ob er männlich oder weiblich ist, obwohl es leicht möglich wäre, einen Seitenbetreiber in die Lage zu versetzen, eine korrekte Angabe über sein Geschlecht zu machen. Nicht bei facebook. Bei einer Politikerin ist das phallisch herausragende I nicht gerade grob falsch, es ist jedoch überflüssig und fehl am Platz. Ein kleines i reichte. Bei einem Politiker ist es falsch.  

Die Tücke liegt darin, dass das Binnen-I für den Singular genutzt wird – es geht ja auch um die Seite einer Einzelperson, auf der individuelle Vorlieben vorgezeigt werden. Wir nutzen das Binnen-I aber nur für den Plural. Es leitet die Form „-innen“ ein, nicht die Form „-in“. Es bezeichnet eine Gruppenzugehörigkeit. Wer einer Gruppe angehört, deren Bezeichnung mit „-innen“ endet, ist weiblich. Das ist der Sinn der Sache. Das soll damit gesagt sein.  

Im Singular wird es kompliziert. Es geht eigentlich nicht. Ich kann sagen „Das wissen alle Leserinnen und Leser“ oder – kurz mit Binnen-I – „Das wissen alle LeserInnen“. Im Singular würde ich sagen „Das weiß jeder Leser und jede Leserin“. Wenn ich hier das Binnen-I anwenden will, habe ich Pech. Dann müsste es heißen: „Das weiß jedeR LeserIn“. Im Singular gibt es eine Rückkoppelung, die sich auswirkt. (Übrigens hat der Satz „Das wissen alle Leserinnen und Leser“ im Unterschied zu der Version im Singular eine Macke, die man nicht sofort bemerkt: siehe dazu diesen Text).  

Es ist auch nicht nötig. Wenn sich eine Politikerin schon durch die Endung „-in“ unbestritten als weiblich identifiziert hat, muss das i nicht auch noch groß sein. Einem Politiker, der männlich ist, ein „In“ anzuhängen (ob mit großem oder kleinem i) und ihn damit ausdrücklich weiblich zu machen, ist Quatsch.

 

Das große I geht unter 

Facebook macht solchen Quatsch. Facebook veranstaltet – warum auch immer – ein bescheuertes Wischi-Waschi mit der Geschlechtszughörigkeit seiner UserInnen, was sich auch daran zeigt, dass man neuerdings zwischen 60 verschiedenen sexuellen Identitäten wählen kann, in England zwischen 58, in den USA zwischen 76 (die Zahlen variieren je nach Tageslaune), als ginge es bei der Frage nach der Sexualität um Geschmacksrichtungen bei Eiscreme. Da ist, wenn man Glück hat, die Bandbreite des Angebotes manchmal erstaunlich groß (zum Beispiel bei der einen Eisdiele in meiner unmittelbaren Nähe).

Nun kommen neue Probleme auf das Binnen-I zu: Unterstrich und Gender-Star machen das große I wieder klein, es heißt neuerdings „Wähler_innen“; es heißt auch „Leser*innen“ oder „Teilnehmer_innen“. Auch „Jüdinnen_Juden“ gibt es heute. Jeweils mit kleinem i. Das große I hat bei solchen Schreibweisen ausgedient. Mit dem Unterstrich oder mit dem Sternchen sollen Menschen berücksichtigt werden, die transsexuell sind. Speziell für diese Leute, sowie für alle Menschen, die sich nicht eindeutig einer der beiden Geschlechter (weiblich oder männlich) zuordnen können und die unter der Zwangsheterosexualität leiden, soll damit „Platz geschaffen“ werden.  

Wie kam es dazu? Ein Transsexueller, der womöglich in Bielefeld lebt (vielleicht auch in Karlsruhe), der seinen Namen lieber nicht nennen will, hat die Fraktionen der Piraten, der Grünen, der Linken und auch der SPD angeschrieben und ihnen sein Leid geklagt: Er fühle sich nicht genug beachtet und möchte anregen, dass man ihm, sowie allen anderen missachteten Transsexuellen, einen Platz in der politischen Sprache schaffen möge. Nach Möglichkeit in jedem Satz. Sonst wäre er sehr, sehr traurig.  

Die Grünen, die schon lange überlegt haben, wie man die Sprachzerstörung noch weiter vorantreiben kann, haben den Vorschlag begeistert aufgegriffen und beschlossen, bei allen zukünftigen Treffen auf Bundes- und auf Landesebene zuerst gemeinsam das Lied ‚Ein Stern, der deinen Namen trägt’ anzustimmen. Der Gender-Stern soll damit ganz groß rauskommen, er soll verpflichtend werden und in seinem Glanz sollen alle erstrahlen, die bisher im Schatten standen.  

Der Bundesvorstand der Grünen begründet seinen Vorstoß so: „Transsexuelle, transgender und intersexuelle Personen werden so nicht mehr unsichtbar gemacht und diskriminiert.“ Gesine Agena, die frauenpolitische Sprecherin der Grünen erklärt: „Wir halten den Gender-Star für geeignet, weil er das gesamte Spektrum von Geschlechtern und Identitäten berücksichtigt.“ Na dann. Hoffentlich wird der Gender-Stern nicht so verstanden, dass damit das gesamte Spektrum von Geschlechtern und Identitäten zur bloßen Fußnote gemacht wird.  

 

Ein Genderstar am grünen Horizont

Doch es muss dringend aufgeräumt werden. Deshalb haben die Grünen bei der letzten Bundesdelegiertenkonferenz im November 2015 folgendes beschlossen: „Wir gendern, indem wir im Regelfall den Gender-Star verwenden (Bürger*innen, Student*innen …)“ und „die weibliche Form explizit mit nennen (Bürgerinnen und Bürger, Studentinnen und Studenten …)“  

Damit lichtet sich der Nebel, den die Grünen selbst geschaffen haben. Im Jahre 2013 schrieben sie noch von „BildungsverliererInnen“ und „StromverbraucherInnen“, im Jahre 2014 machten sich aber schon die „Miesmacher*innen“ und „Überwacher*innen“ bemerkbar. Der Stern setzte sich schließlich durch. Die Großschreibung wurde gekippt.  

Damit war das Aus gekommen für den _Unterstrich – auch „gender-gap“ genannt – („mind the gap“). Es war auch das Aus für das Binnen-I. Traurig bin ich nicht. Mir hat das Binnen-I nie gefallen. Ich empfehle weiterhin den Browser ‚Binnen-I-be-gone’. Damit wird das lästige und überflüssige Binnen-I beseitigt. Aus der BenutzerInnenoberfläche wird wieder eine Benutzeroberfläche.   Es ist aber nicht besser geworden. Mir geht es übrigens auch so, dass ich immer, wenn ich aufgeräumt habe, anschließend erst rechts nichts wiederfinde.

So auch hier. Es wurde aufgeräumt – und damit wurde gleich ein neues Chaos erschaffen. Denn die allseits gefürchtete „-innen“-Form ist geblieben. Doch jetzt wird sie nicht mehr durch ein steil aufragendes, großes I als Neuerung kenntlich gemacht. Damit ist die ursprünglich exklusiv für das Weibliche vorgesehene „-innen“-Form unauffällig zur Grundform geworden, die alles umfasst, wie das bei den berühmten Professorinnen von Leipzig, die in Wirklichkeit Männer sind, der Fall ist.  

Neulich habe ich gehört, dass die „Wählerinnenschaft der AfD hauptsächlich aus Männern besteht“. Ich habe auch schon von Rechtspopulistinnen, Wutbürgerinnen und Rassisten gehört, wenn ausschließlich alte, weiß, heterosexuelle Männer gemeint waren. Anton Hofreiter erzählt stolz von seinen „weiblichen Freundinnen“, die er hoffentlich gut von seinen männlichen Freundinnen unterscheiden kann. Aber womöglich kommt es darauf längst nicht mehr an.  

Bei den Studentinnen kommt es drauf an. Die können ein „Studentenwerk“ nicht länger ertragen und bestehen auf der „neutralen“ Form „Studierendenwerk“. Jeder, der behauptet, dass so eine Umbenennung überflüssig ist, weil die Form „die Studenten“ genauso neutral ist wie die Form „die Studierenden“, wird sofort exmatrikuliert und darf sich der Universität nicht mehr nähern.  

 

Für eine neue Pferde-Gerechtigkeit

Die Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres erklärte dazu, dass der Wunsch nach der Umbenennung von den Studierenden selber und – was in dem Fall ausschlaggebend ist – von der Frauenbeauftragten gekommen sei. Die ‚Berliner Morgenpost’ zitiert sie: „Die Bezeichnung ‚Student’ schließe weibliche Studentinnen aus.“ Das scheint sie ernst zu meinen.  

Wenn das so ist, muss das schnell geändert werden. Man sollte noch wissen, dass Sandra Scheeres früher einen Ponyhof geleitet hat und sich da schon sehr engagiert für Pferde-Gerechtigkeit eingesetzt hat. So hat sie immer wieder betont, dass die Bezeichnung „Pferde“ die „weißen Schimmel“ ausschließe. Daraufhin haben ihr enge Freundinnen empfohlen, in die Politik zu gehen. Gerade in der SPD würde man solche Frauen brauchen.  

So weit ist es gekommen. Was wird nun werden? Ob uns jemals ein/e Retter*in auf einem Pferd-seienden Wesen reitend die Erleuchtung bringen ­– oder wenigstens die Beleuchtung für alle, die immer noch im Dunkel kauern? Wir wissen es nicht.  

Ja, ich sehne mich, ehrlich gesagt, nach alten Tagen zurück. Ich sage es offen: Ich würde sie nicht vermissen: nicht den Gender-Star, nicht den Unterstrich, nicht die Klammer mitten im Wort, nicht den Schrägstrich, nicht den hervorragenden Grußbuchstaben, nicht die überflüssige „-innen“-Form.  

Für mich hat das immer die Tristesse von GmbH, nie den Charme von CinZano.    

Falsche Freunde. Falsche Feinde

 

 

Falsche Freunde und falsche Feinde.

Die halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.

 

2fünfvor

 

 

 

 

 

Es ist immer fünf vor zwölf

 

Es geht um brutale Gewalt, um Schwule, Lesben, Transen und Feministen, sowie um Bücher und Meinungsfreiheit. Im übertragenen Sinne geht es um die Uhr des Lebens, um Lawinen sowie um Adler und andere Vögel. Außerdem geht es – ebenfalls im übertragenden Sinne – um eine brennende Hütte und um die Frage, warum Volker Beck nicht die Feuerwehr ruft.

 

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat in Berlin ein Fachgespräch veranstaltet mit prominenter Besetzung auf dem Podium, u.a. mit Volker Beck, Kai Gehring, Prof. Sabine Hark, Ulle Schwaus, Laurel Braddock (Beratung für schwule und lesbische Heranwachsende) und Anne Wizorek.

 

Sie sind allesamt bekannt als schwule, lesbische oder feministische Aktivisten. Das passt. Es ging bei dem Fachgespräch nämlich um „Strategien gegen Anti-Feminismus und Homophobie“ – also um Strategien gegen Leute, von denen die Promis auf dem Podium annehmen durften, dass sie von denen nicht gemocht werden und dass die sich ihren aktuellen Plänen in den Weg stellen wollen.

 

Es ging nicht etwa um ein Gespräch mit diesen Leuten. Vielmehr ging es um ein Gespräch über solche Leute. Da sich alle auf dem Podium einig waren, war es langweilig. Es war eine Verkündung von oben herab zu einem gleichgesinnten Publikum. Es war keine Diskussion mit Für und Wider, Pro und Contra, wie man das vielleicht noch von früher kennt.

 

 

Die Lawine und die Adler

 

Zwei fatale Irrtümer wurden bei der Veranstaltung deutlich. Nicht etwa dem Publikum oder den Meinungsführern auf dem Podium. Im Gegenteil – die schienen sich pudelwohl zu fühlen. Den kritischen Beobachtern wurden sie indes schnell klar, zum Beispiel dem Informatiker Hadmut Danisch, der darüber einen launigen Bericht verfasst hat, der gut zu lesen, aber auch von erschreckender Deutlichkeit ist. Oder Wolle Pelz, ebenfalls Informatiker und freiwilliger Protokollführer, dem aufgefallen ist, dass stets von „Maskulinisten“ die Rede war – eine Bezeichnung, mit der eine Menschengruppe benannt werden soll, die es gar nicht gibt.

 

Der erste fatale Irrtum liegt darin, dass der richtige Gegner nicht erkannt wird. Die Experten auf dem Podium wissen nicht, mit wem sie es zu tun haben. Kein Wunder also, dass niemand auf dem Podium war, der auch nur ansatzweise anderer Meinung war; die Veranstalter hätten gar nicht gewusst, wen sie hätten einladen sollten; denn sie wissen tatsächlich nicht, wer diejenigen sind, denen sie mit ihren „Strategien“ entgegentreten wollen und wer diejenigen sind, die eine wirkliche Gefahr darstellen.

 

Oder sie wissen es sehr wohl und verschweigen es bewusst. In beiden Fällen ist es fatal für die Lesben, Transen, Homos und Feministen, die damit über ihre wahren Gegner getäuscht werden. Gleichzeitig werden unnötigerweise diejenigen, die gar nicht die wirklichen Gegner sind, bestraft und geschädigt.

 

Stellen wir uns vor, da geht ein Wanderer auf einem Weg, auf dem die Gefahr besteht, dass ausgerechnet da Lawinen niedergehen. Nun kommt die Bergwacht, verschweigt dem Wanderer die Gefahr von Lawinen und redet ihm ein, dass er von Adlern bedroht sein könnte, deshalb müsse man überlegen, ob nicht zu seiner Sicherheit alle Adler und bei der Gelegenheit auch alle sonstigen Vögel abgeschossen werden müssen.

 

Der zweite Irrtum liegt darin, dass die Herrschaften auf dem Podium verkennen, was die vermeintlichen Gegner eigentlich angreifen wollen. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die berühmte Unterscheidung, die früher einmal gemacht wurde, als – zumindest nach außen hin – differenziert wurde zwischen Gewalt gegen Sachen und Gewalt gegen Menschen. Hier findet so eine Differenzierung nicht statt: Es werden dem empfindsamen Publikum Menschenfeinde präsentiert, die in Wirklichkeit keine Menschenfeinde sind, sondern Sachfeinde.

 

Eine sachliche Diskussion wird jedoch gemieden. Um welche Themen geht es? Anne Wizorek fasste die Kritik, die sie wahrnimmt, folgendermaßen zusammen: Sie richtet sich gegen Gender-Mainstreaming, gegen die „Wissenschaft von der Geschlechter-Forschung“, gegen geschlechtergerechte Sprache, gegen Quotenregeln.

 

Zu diesen Punkten wird jedoch grundsätzlich keine Kritik zugelassen. Ersatzweise wird jeder, der Kritik dazu äußert, als antifeministisch, rechtsradikal und homophob hingestellt und geächtet. Deshalb ging es auch, wie es der Titel der Veranstaltung sagt, um „Strategien gegen …“ – jedoch nicht um Strategien gegen Meinungen, sondern um Strategien gegen Menschen. Da keine Sachdiskussion stattfindet, werden aus Gegnern in der Sache schwuppdiwupp Gegner der Menschen.

 

Doch in Wahrheit werden die Schwulen, Lesben, Transen und Feministen nicht gehasst. Jedenfalls nicht von denen, die ihnen das Podium präsentieren will. Natürlich ist es so, dass sie nicht von allen geliebt werden. Das kann man auch nicht erwarten. Aber jemanden nicht zu lieben, bedeutet nicht, ihn zu hassen. Kritik ist ebenfalls kein Hass, sondern Kritik. Die ist nicht nur erlaubt, sie ist notwendig. Die Kritik, die es tatsächlich gibt, richtet sich nicht gegen die Menschen im Publikum, sondern gegen die Politik, die von den Aktivisten auf dem Podium vertreten wird.

 

Die anwesenden Tunten – es waren jedenfalls auffällig viele da – werden damit an einem empfindlichen Punkt berührt. Ihre Besonderheit konfrontiert sie ständig mit der Frage: Wie wirke ich? Wie reagieren andere auf mich? Auf diese „gute Frage“, wie man heute sagt, erhalten sie eine schlechte Antwort. Sie sind weder so beliebt und so wichtig, wie es ihnen die Grünen weismachen wollen, noch sind sie so verhasst. Die Grünen präsentieren sich als falsche Freunde und bieten ihnen an, sie vor falschen Feinden zu schützen.

 

 

Sind sie von allen guten Geistern verlassen? Sind Intellektuelle jetzt ihre Gegner?

 

Kai Gehring, Mitglied des Bundestages, hat diejenigen, die er als Gegner sieht, grob in drei Gruppen aufgeteilt. Wohlgemerkt: Er sieht eine Gegnerschaft in Menschen, nicht in Argumenten. Er nennt dann auch keine Argumente, sondern Menschengruppen – und zwar: die „religiös Motivierten“, die „politisch Motivierten“ und … An dieser Stelle will ich gleich einen ersten Zwischenruf anbringen: „Na und?!“

 

Das besagt gar nichts. Warum sollte man etwas gegen solche Leute haben? Wir haben Religionsfreiheit und wir wünschen uns mündige Bürger, die sich engagieren und die gut motiviert an der Gestaltung der Politik mitwirken und nicht einfach nur lustlos alle vier Jahre ein kleines Kreuzchen malen. Was ist dagegen einzuwenden? Motiviert zu sein ist noch kein Inhalt und macht noch lange keine Gegnerschaft aus.

 

Die dritte Gruppe, die Kai Gehring erwähnt – die „Intellektuellen“ – bilden überhaupt keine Gruppe. Das sind einzelne, die von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen, die sich auf eigene Faust an Diskussionen beteiligen und so am Prozess der Meinungsbildung mitwirken. Dagegen spricht auch nichts. Die geheimnisvollen Maskulinisten gehören zu den Intellektuellen.

 

Wenn wir uns die Gruppen näher ansehen, bestätigt sich, was ich anfangs angesprochen habe – nämlich: Die angeblichen Gegner sind allesamt harmlos und stellen für Lesben, Schwule, Transen und Feministen keinerlei Gefahr dar. Die „Gruppe“ der Intellektuellen sowieso nicht. Die schreiben nur, die beißen nicht. Es sind womöglich seltsame, aber letztlich ungefährliche Vögel: Adler, Geier, Nachtigallen, Papageien … Intellektuelle hassen auch nicht – ihr Intellekt verbietet ihnen das. Sie bemühen sich vielmehr um eine wahrhaftige Sicht auf die Welt in ihrer Komplexität. Mehr oder weniger erfolgreich, versteht sich.

 

Außerdem bewegen sich die Autoren im geschützten Freiraum des Geistes. Die Meinungs- und Kunstfreiheit, die sie für sich in Anspruch nehmen, korrespondiert mit der Freiheit des Lesers, der sich nach der Lektüre seine eigene Meinung bilden kann (und das auch tun soll) und der selbstverständlich die Freiheit hat, ein Buch nach wenigen Seiten beiseitezulegen oder gar nicht erst anzufassen. Lesen färbt nicht ab. Wenn jemand ein Buch liest, bedeutet es nicht, dass er allem, was darin steht, zustimmt und eins zu eins für sich zu übernehmen muss.

 

Eine Leserschaft ist ebenfalls keine Gruppe. Sonst hätten wir es mit einer unüberschaubare Menge von Gruppen zu tun: mit Harry-Potter-Lesern, Shades-of-Grey-Lesern … Hinzu kommt, und das sollte Kai Gering berücksichtigen, dass die meisten mehr als ein Buch lesen.

 

Einfach nur ein paar Namen von Autoren in den Raum zu werfen – wie es auch Volker Beck getan hat – und dabei gänzlich auf Inhalte zu verzichten, verrät eine Haltung, die das Individuelle nicht schätzt und die Freiheit der Kunst und Meinungsäußerung missachtet. Das ist intellektuellenfeindlich, was eine Variante von Menschenfeindlichkeit ist, und wirkt so, als hätten die Politiker der Grünen Angst davor, dass jemand selbständig denkt.

 

Den Eindruck musste man tatsächlich haben. Da wurden vom Podium herab Namen präsentiert, als würden sie damit zum Abschuss freigegeben: Kelle, Kuby, Matussek, Martenstein, Pirincci. Ich bin mir sicher, dass die Herrschaften die Bücher gar nicht gelesen, sondern nur irgendetwas darüber gehört haben. Schlimmer noch: Sie sind offenbar der Ansicht, dass es auch nicht nötig ist, sich damit zu befassen. Name genügt. Angela Merkel hat Sarrazin schließlich auch nicht gelesen.

 

So werden diese Autoren, die etwas „zur Sache“ geschrieben haben, hingestellt als wären es Autoren, die etwas „gegen Menschen“ haben. Damit wird dem Publikum unnötig Angst gemacht und es werden Autoren, die mit ihrem Namen für das einstehen, was sie schreiben, persönlich angegriffen. André Heller sagte einst: „Denn merke: Wer das Denken nicht attackieren kann, attackiert den Denkenden“.

 

Die Herrschaften auf dem Podium schienen nicht viel von ihrem Publikum zu halten. Sie vermuteten – wahrscheinlich sogar zu recht –, dass es aus unkritischen Jubeltunten besteht, die schon zufrieden sind, wenn man – was unter Intellektuellen als Foulspiel, ja geradezu als Todsünde gilt – nicht etwa die Position, sondern die Person angreift und sich damit auf die ganz billige Tour eine inhaltliche Auseinandersetzung erspart.

 

 

Politiker, die Angst haben vor der Demokratie

 

Bei den „politisch Motivierten“ nannte Kai Gehring die AfD. Auch hier möchte ich ihm ein herzhaftes „Na und?!“ entgegenhalten. Die AfD ist neu im Parteienspektrum, ihr Programm unterscheidet sich von dem der Grünen und sorgt damit für eine wünschenswerte Vielfalt. Niemand muss sie wählen (es muss auch niemand ein Buch lesen). Soweit ist alles prima. Nun treten die Parteien in einen offenen Wettbewerb um Wählerstimmen. So ist Demokratie. Was ist daran falsch?

 

Von einem Mitglied des Bundestages erwartet man nicht unbedingt Leseempfehlungen (man erwartet auch nicht, dass von Büchern abgeraten wird), vielmehr wünscht man sich einen Bericht aus der Welt, in der sich ein Politiker auskennt. Wie ist es da? Wie sehen die Differenzen auf der politischen Bühne aus? Da kommt nichts. Fast nichts. Die AfD will partout nicht „gendern“ wird geklagt, die wollen stur bei diesem „AfD-Sprech“ bleiben, wie die nicht gegenderte Sprache inzwischen genannt wird. So der Vorwurf. Da wurde es endlich mal konkret. Und banal.

 

Wieder ertönt ein herzhaftes: „Na und?!“ So wird man nicht zum Gegner. Wenn jemand weiterhin so reden will, wie er es bisher getan hat, dann gehört er zu den Leuten, die bei einer Mode nicht mitmachen wollen, bei der sie auch nicht mitmachen müssen. Nicht-Mitmachen ist keine Gegnerschaft. Wenn sich jemand einer Sprachvorschrift nicht unterwerfen will, dann kann der Grund dafür auch in der Fragwürdigkeit der Sprachvorschrift liegen.

 

Es herrscht sowieso politische Windstille. Es gibt keinen scharfen politischen Gegenwind. Scharfen Gegenwind, den die Grünen fürchten müssten, gäbe es, wenn die AfD als etablierte Regierungspartei an der Macht wäre und sich aus der Position der Stärke heraus Strategien überlegte, wie sie der Gender-Sprache entgegentreten könnte und beispielsweise Strafmandate für den Gebrauch des Binnen-Is in Erwägung zöge.

 

So ist es nicht. Das war nur ein Gedankenspiel mit mehreren Konjunktiven. Selbst wenn es so wäre, dann befänden wir uns damit immer noch im grünen Bereich. Da blieben wir auch, solange die politischen Auseinandersetzungen weiterhin nach genau den Regeln ablaufen, die dafür vorgesehen sind. Selbst wenn es jemals soweit kommen sollte, müssten die Grünen damit umgehen können und müssten so eine Auseinandersetzung nicht fürchten. Es sei denn, sie fürchten die Regeln der parlamentarischen Demokratie. Tun sie das? Es sieht fast so aus.

 

Die Ja-Sager und die Nein-Sager

 

Wenn man sich ein brauchbares Bild von den Gegnern machen wollte, müsste man noch eine weitere Unterscheidung treffen, die sich anhört, als wollte man sich auf Brecht und das Stück die ‚Jasager’ beziehen („Viele werden nicht gefragt, und viele sind einverstanden mit Falschem. Darum: Wichtig zu lernen ist Einverständnis“). Wir müssen nämlich nicht nur zwischen Ja-Sagern und Nein-Sagern unterscheiden, sondern obendrein zwischen Nein-Sagern und Nichts-Sagern. Wir kennen das: Der Computer bietet uns immer wieder drei und nicht nur zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Ja/ Nein/ Abbrechen.

 

Denn die meisten sagen nicht etwa „Nein“ zu Homos, Feministen und Transen – also zu den so genannten Buchstabenmenschen, den LGBTIlern ­– sie sagen vielmehr gar nichts dazu. Sie kennen sie nicht mal. Die meisten sagen auch nicht „Nein“ zu den Bildungsplänen (die sie auch nicht kennen). Sie sagen auch nicht „Nein“ zu einer gendergerechten Sprache, so wie es die AfD tut, sie sagen einfach nichts dazu. Ein „Nicht“ ist kein „Nein“. Im politischen Spektrum sind die Nichts-Sager inzwischen die größte Gruppe, es sind die Nicht-Wähler.

 

Auch bei denen müssen wir unterscheiden – das klingt wiederum nach Ernst Bloch – zwischen einem Noch-nicht und einem Nicht-mehr, also zwischen denen, die noch nicht so weit sind, dass sie sich zu einem „Ja“ oder „Nein“ durchringen konnten und denen, die eine klare Ja- oder Nein-Position inzwischen wieder verlassen haben.

 

 

Eine kurze Meldung zwischendurch für alle, die ungeduldig werden und sich langsam langweilen – wie es bei einem Kommentar zu einer solchen Veranstaltung auch zu befürchten ist: Die Lawine kommt noch.

 

 

Ich will nur noch schnell – was ich schon früher hätte tun sollen – auf den Titel der Veranstaltung hinweisen: ‚Wer will die Uhr zurückdrehen?’ Na, wer wohl? Keiner. Falls es doch einen geben sollte, dann wird er damit keinen Erfolg haben. Auch nicht bei dem Versuch, die Uhr anzuhalten. Beides geht nicht. Brauchen die Grünen etwa Strategien gegen Leute, die etwas versuchen wollen, das sowieso zum Scheitern verurteilt ist?

 

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Wohl kaum. Ihre Strategien richten sich gegen etwas anderes; sie richten sich, wie sie es selbst sagen, gegen Reaktionäre. An dieser Stelle soll mein letztes „Na und!?“ ertönen. Es reicht nicht, einfach nur zu sagen, dass es Reaktionäre gibt, ohne zu erklären, was an deren Haltung so schlimm sein soll. Reaktionäre gibt es. Es wird sie immer geben. Jedenfalls solange die Bevölkerung noch nicht gleichgeschaltet und über einen großen Kamm geschoren ist. Wenn es keine Reaktionäre gibt, gibt es auch keine fortschrittlichen Kräfte.

 

Erst wenn alle auf einem Entwicklungsstand sind, ist Ruhe. Friedhofsruhe allerdings. Dann gibt es keine Sitzenbleiber und keine Überflieger mehr. Dann gibt es nicht mehr das, was Ernst Bloch die Ungleichzeitigkeit genannt hat. Dann gibt es niemanden mehr, der noch nicht – oder nicht mehr – „Ja“ oder „Nein“ sagen möchte, dann sagen alle nichts, beziehungsweise alle dasselbe – was letztlich auf dasselbe hinausläuft. Dann ist eine Egalität erreicht, bei der alles egal ist. Dann kann der Nachtwächter getrost verkünden, dass die Uhr nichts geschlagen hat.

 

So langsam verdichten sich die Hinweise, dass die Grünen genau das anstreben. Ein erster Hinweis lag in dem flüchtigen Blick auf die politische Landschaft, auf die Gruppe der „politisch Motivierten“, wie Kai Gehring sie genannt hat. Da war kein wirklicher Gegner mehr erkennbar. Kein Wunder.

 

Die Parteien sind längst gleichgeschaltet. Alle sind dem Gender Mainstreaming verhaftet, alle gendern die deutsche Sprache zugrunde und haben schon längst keine Wähler mehr, sondern „Wählerinnen und Wähler“, alle beteiligen sich am Gender-Pay-Gap-Schwindel, alle sind für Quoten, alle sind für die so genannte Vielfalt, mit der die traditionelle Familie überwunden werden soll, alle sind für sexuelle Frühaufklärung (ohne darüber aufzuklären, was den Kleinen damit schon früh zugemutet wird), alle sind für mehr Toleranz, für noch mehr Toleranz und für Akzeptanz. Alles ist alternativlos.

 

So soll auch die journalistische Landschaft sein. Dass jemand wie Ronja von Rönne es tatsächlich „gewagt“ hat, einen kritischen Artikel zum Feminismus zu schreiben, fanden die Vorsitzenden auf dem Podium empörend. Also wirklich! Das geht gar nicht. Und dann ist es auch noch eine Frau, die so einen „radikalen“ Text geschrieben hat. Eine Verräterin! Inzwischen hat sie nach einem Shitstorm mit heftigen Drohungen (sie wurde als rechtsradikal gebrandmarkt, man schrieb ihr, dass sie allein wegen dem „von“ im Namen „an die Laterne“ gehört) ihren Blog wieder eingestellt. Na also. Geschafft. Wieder ein Mensch, der sich duckt und schweigt.

 

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Der Titel ‚Wer will die Uhr zurückdrehen?’ soll irgendwie poetisch sein. Klar. Das darf man nicht wörtlich nehmen. Das weiß ich auch. Doch was ist gemeint? Was sind das für Leute, um die es geht? Kann man vielleicht so sagen: Es sind Leute, die etwas erhalten wollen? Etwas bewahren?

 

Hier zeigt sich wieder, wie schwer das Versäumnis wiegt, keine Inhalte zu nennen. Denn etwas erhalten zu wollen ist genauso wenig verwerflich wie motiviert zu sein. Es kommt ganz darauf an, wozu man motiviert ist und was man erhalten will. Sind denn nicht auch die Grünen – bei anderer Gelegenheit – dafür, etwas zu erhalten? Zum Beispiel den Regenwald. Das Sozialsystem. Den Rechtsstaat. Sind sie dann nicht auch Reaktionäre? Regenwald-Reaktionäre.

 

Wie ist es mit dem Klassenerhalt? Nie wieder zweite Liga! Ich bin jedenfalls dafür, die Unschuldsvermutung und die Pressefreiheit (sofern noch vorhanden) zu erhalten und die Muttersprache als Mittel zur Verständigung. Ich bin auch dafür, die Familien zu erhalten und weiß sehr wohl, dass ich mich damit bei der Veranstaltung lächerlich gemacht hätte.

 

 

Brutale Gewalt und schleichendes Unglück

 

Da hätten sie endlich einen gehabt, auf den man mit dem Finger zeigen könnte: Seht an! Da ist so einer, der will die Uhr zurückdrehen. Das will ich nicht. Dazu habe ich weder die Kraft noch die Motivation. Auch nicht die Naivität. Ich muss jedoch sagen, dass es mich betrübt, mit anzusehen, wie die Familien scheitern. Ich beobachte den fortschreitenden Verfall der Familien – auch den meiner eigenen – mit Bedauern und Mitgefühl, ich sehe dabei in erster Linie Verluste, die – um auch mal das Modewort zu benutzen – nachhaltig sind.

 

Mein Mitleid gilt besonders den Kindern. Ihnen wünsche ich, dass sie in einer Familie aufwachsen, in der alle zusammenhalten. Erinnert sich denn niemand mehr daran, dass man uns immer wieder aufgefordert hat, Verständnis für Straftäter zu haben, die keine richtige Eltern hatten, weil das Fehlen von liebevollen Eltern für ein Kind dermaßen schlimm ist, dass man später jedwedes Fehlverhalten entschuldigen muss?

 

Richtig. Auch wenn das Argument der schweren Kindheit gelegentlich als Ausrede benutzt und oft genug überstrapaziert wurde, es stimmt: der Verlust von einem Elternteil oder gar von beiden Eltern – auch der Entzug von Nähe bei Kleinkindern – ist das größtmögliche Unglück, dass sich Kinder vorstellen können. Das sollten wir nicht zu ihrer neuen Normalität machen.

 

Ich kann die Uhr nicht zurückdrehen. Ich kann sie auch nicht vordrehen. Wenn ich es trotzdem versuche und neugierig in die Zukunft blicke – denn so ist das poetische Bild gemeint –, dann sehe ich eine Zukunft für die Familie und nicht für die LGBTILer. Natürlich können sie mit allerlei politischer Unterstützung versuchen, Familienersatz zu schaffen, Kitas auszubauen, Homopaaren die Adoption erleichtern und Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung fördern. Es wird nichts nützen. Wir sind nicht allein auf der Welt.

 

Mit dem „Wir“, das ich nicht so oft und nicht so leichtfertig verwende, wie es die SPD tut, meine ich uns Deutsche. Insgesamt. Nicht nur die Grünen. Alle. Wenn wir als Gesamtheit der Deutschen keine Kinder mehr haben und sie nicht mehr in Familien aufwachsen lassen wollen, dann werden es eben andere tun. Andere, die genau das gerne tun wollen, was wir nicht mehr tun. Die werden dann, wenn es so weitergeht, die Mehrheit bilden.

 

Dass wir nicht allein sind, wissen wir nicht erst seit in letzter Zeit immer mehr nicht-Deutsche zu uns gekommen sind. Es sind längst schon welche da. Für sie steht die Familie an erster Stelle (neben der Religion), jedenfalls haben sie ein Weltbild, in dem der Wert der Familie hochgehalten wird und in dem Lesben, Transen und Feministen nur am Rande vorkommen. Wenn überhaupt.

 

Habe ich gerade die Homos vergessen? Nein. Die spielen durchaus eine Rolle im Weltbild der Migranten, der Zuwanderer, der Flüchtlinge, der Asylanten, der neuen Mitbürger mit Migrationshintergrund. Unter ihnen finden sich viele Nein-Sager, nicht bloß Nichts-Sager. Da finden sich viele, die eine starke Abneigung haben. Da finden sich viele, die genau das ans Licht bringen, was heute eilfertig als Hass bezeichnet wird.

 

Da gibt es Männer, denen Homosexualität zuwider ist. Sie widerspricht all ihren Werten: ihren Traditionen, ihren Kulturen, ihren Träumen, ihren Religionen, ihren Vorstellungen von Familie und von Sexualität. Sie müssen gar nicht erst zu einer schwulenfeindlichen Einstellung verführt werden – womöglich durch Schriften von Intellektuellen. Ihre Abscheu ist fest verwurzelt, sie reicht viel tiefer, als es bei einem so genannten Bio-Deutschen, der sowieso keinen Wert auf seine Wurzeln legt, jemals der Fall sein kann.

 

Nein, ich habe die Homos nicht vergessen. Kai Gehring hatte die Muslime vergessen, als er die Gegner der Buchstabenmenschen in Menschengruppen aufgeteilt hat. Er hat sie unterschlagen. Ich weiß nicht warum. Mir fällt kein guter Grund ein. Einige schlechte Gründe fallen mir sofort ein. Dabei ist er schon dicht dran gewesen, als er die „religiös Motivierten“ als eine Gruppe von Gegnern erkannt hat. Wen sah er da? Evangelikale Gruppen mit einem ungeklärten Verhältnis zur evangelischen Amtskirche und Ultrakatholiken – also Minderheiten ohne Macht und Einfluss und ohne Aggressionspotential. Wen sah er nicht?

 

Der Themenabend auf ‚arte’ unter dem Titel ‚Gleiche Liebe, falsche Liebe ?!? Homophobie in Europa’ schockte schon bei der Ankündigung mit einem Drama: Olivier und Winfred gehen Hand in Hand durch Paris und werden brutal zusammengeschlagen. Von wem? Von Intellektuellen? Von Ultrakatholiken? Wo in Paris sind sie langgegangen?

 

In einem überwiegend von Muslimen bewohntem Stadtteil. Da, wo – um im Bild zu bleiben – Lawinengefahr bestand. Zusammengeschlagen wurden sie von Taieb K. und Abdelmalik M. – die Familiennamen werden vorsichtshalber weggekürzt. Ich nehme an, dass die beiden inzwischen wegen schwerer Körperverletzung bestraft wurden und dass der Fall damit zu den Akten gelegt ist. Es wird jedoch, so ist zu fürchten, weitere Fälle dieser Art geben. Wie kann man damit umgehen? Wie kann der Abgrund, der da sichtbar geworden ist, überbrückt werden?

 

 

Hört auf zu buchstabieren, fangt an zu lesen

 

 

Womöglich gar nicht. Kann man überhaupt noch miteinander reden? Oder haben die Strategien der Dialogverweigerung und die Konstruktionen von Feindbildern zu einem Punkt geführt, an dem ein Gespräch nicht mehr möglich ist?

 

Stellen wir uns folgendes vor: Auf dem Podium sitzt Volker Beck neben einem muslimischen Familienvater, der schon lange in Deutschland lebt. Nennen wir ihn Yilmaz. Dem soll Volker Beck erklären, warum er dringend das Vater-Mutter-Kind-Modell in Frage stellen soll und warum sich Schwule, Lesben und Transen von der Heteronormativität, wie er sie verkörpert, unterdrückt fühlen und dass deshalb seine Kinder (die nebenbei bemerkt vom Schwimmunterricht befreit sind) sexuelle Frühaufklärung brauchen.

 

Herr Yilmaz könnte ihn nicht verstehen. Die Formulierungen, die Volker Beck benutzen würde, klängen für ihn hohl; für ihn wären es Begriffe, die nicht in dem Wörterbuch stehen, das er benutzt. Die Sprache von Volker Beck passt nicht zu seiner Lebenswirklichkeit.

 

Umgekehrt könnte Herr Yilmaz, obwohl er sehr gut Deutsch spricht, seine Vorstellungen auch nicht mitteilen. Er lebt in einer Familientradition, die er fortsetzen und nicht etwa aufbrechen will. Dafür braucht er keine Begründung. Die ist nicht notwendig. Deshalb fehlen ihm auch die passenden Ausdrücke. Für ihn ist seine Lebensweise etwas Selbstverständliches. Das Selbstverständliche braucht keine Rechtfertigung. Wenn er sagen würde, dass er seine Mutter und seine Familie liebt oder sich ihr verpflichtet fühlt, auch wenn sie ihn manchmal nervt, wäre das unpassend und irgendwie peinlich. Vermutlich würde er nichts dazu sagen.

 

Das muss er auch nicht. Es gibt keine spezielle Sprache dafür; man brauchte bisher auch keine. Familien gab es schon, als die Menschen noch nicht einmal so schlichte Sätze sagen konnten wie: „Ich Tarzan, du Jane“. Es ging auch so. Herr Yilmaz könnte sich auch nicht in gegenderter Sprache äußern, dann wäre er nämlich angehalten, bei jeder Gelegenheit das Trennende zu betonen; er würde aber vom Gemeinsamen sprechen wollen.

 

Die beiden kämen nicht auf einen Nenner. Hier offenbart sich ein Dilemma, das man vorhersehen konnte. Die Frage, die bisher im Hintergrund stand, drängelt sich nun in den Vordergrund: Was für Wähler wollen die Grünen? Welche Gruppe ist ihnen lieber? Die Gruppe der Migranten oder die der Schwulen und der Buchstabenmenschen?

 

Beides geht schlecht. Volker Beck ist, wie wir annehmen, nicht islamophob und Herr Yilmaz ist nicht wirklich homophob, man kann ihm auch die Übergriffe der Jugendlichen aus Paris nicht vorhalten, aber die Begriffe „Islamophobie“ und „Homophobie“ und die Verallgemeinerungen, die damit einhergehen, stehen wie kugelsichere Glasscheiben im Raum und trennen die beiden.

 

Selber schuld. Warum haben sich die Grünen auf solche pauschalen Kampfparolen eingelassen – Parolen, die sie nicht mehr unter eine Mütze kriegen? Nun zeigt sich, wie sehr die Projekte Multikulti und Toleranz bisher von Feindbildern genährt wurden – von Feindbildern, die man mit lauter Stimme herbeigerufen hat und nun nicht wieder loswird. Es ist schön bunt geworden im Land, doch die Farben beißen sich. Die Grünen buhlen um Wählergruppen, die sich untereinander nicht grün sind.

 

In den Homos, Lesben, Transen und Feministen sehen die Grünen womöglich ein neues revolutionäres Subjekt, zumindest neue Wähler. Doch solche Hoffnungen könnten sich verflüchtigen, wenn sich herausstellt, dass die Buchstabenmenschen viel zu stark mit sich selbst befasst sind und letztlich doch keine wirklich starke politische Kraft darstellen. Ich vermute, dass sich die Grünen im Zweifelsfall für Herrn Yilmaz entscheiden – ihm haben sie auch die Möglichkeit geschaffen, seine Familie nachziehen zu lassen.

 

Volker Beck sieht die Veranstaltung als großen Erfolg, er kommentierte schon flott: „Wir nehmen den Kampf gegen Hassplauderer & die Gegner der Gleichberechtigung auf. Den ‚Angry White Men’ brennt die Hütte”. Wen meint er damit? Warum freut er sich so über das Feuer? Was sind das für Töne –Hurra-Hurra-die-Hütte-brennt!? Warum ruft er nicht die Feuerwehr? Wessen Hütte brennt denn? Die von Herrn Yilmaz? Und wer sind die Hassplauderer? Diejenigen, die Ronja von Rölle zum Schweigen gebracht haben – oder wer?

 

Die Grünen sollten aufhören zu buchstabieren und anfangen zu lesen. Wenn die Herrschaften auf dem Podium die Bücher, die sie verteufeln, gelesen hätten, wären sie klüger. Hat denn ein Mitglied des Bundestages nicht die Möglichkeit, einen Mitarbeiter oder einen Praktikanten zu beauftragen, Texte durchzuarbeiten, Argumente herauszudestillieren und so übersichtlich aufzubereiten, dass ein Sprecher auf dem Podium in der Lage ist, wenigstens so zu tun, als wüsste er, wovon er redet?

 

Es ist alles da. Wenn ihnen etwa das neue Buch von Michel Houellebecq zu umfangreich sein sollte, dann genügt es, die Besprechung von Michael Klonovsky lesen. Die Probleme sind längst erkannt und beschrieben. Die Grünen müssten nur zugreifen. Sie müssten dazu allerdings ihre bockige Verweigerungshaltung aufgeben und sich der „Gruppe“ der Intellektuellen nicht länger verschließen.

 

Ich finde es armselig, von Büchern, die niemand lesen muss, die aber jeder lesen kann, der will, abzuraten und immer nur „Bäh!“ und „Igitt!“ zu schreien wie Kinder in der Trotzphase. Haben die Grünen außer Verbotsschildern und „Strategien gegen …“ nichts anzubieten? Dann will ich wenigstens eine Leseempfehlung geben – darf es etwas Erzählerisches sein? – und zwar: Harold Nebenzal: ‚Café Berlin’.

 

Das Buch führt uns in das Nachtleben der dreißiger Jahre unter den Bedingungen einer immer strenger werdenden Diktatur. Dabei geht es um die, wie man heute sagen würde, verschiedenen sexuellen Orientierungen unter besonderer Berücksichtigung der Transsexuellen.

 

Interessiert?